Tasting: Absolvinator Doppelbock von Meinel-Bräu aus Hof

Zur Feier des Tages gibt es heute einen Doppelbock. Doppelter Grund dafür: Daniel vom Usox-Bierblog wird feiert heute seinen 30ten Geburtstag. (http://www.usox.org/ ). Und im TV (BR / 3tes Programm um 19 Uhr) kommt heute wieder der Starkbieranstich vom Nockherberg mitsamt Politiker-Derblecken. ==> http://de.wikipedia.org/wiki/Derblecken

Daher muss ein Doppelbock ins Glas. Aber nicht der Salvator um den sich im Fernsehen alles dreht und auch keines der anderen bekannten Starkbiere aus München, sondern der Absolvinator von Meinel Bräu kommt heute auf den Tisch. Er hat solide 8 % vol. alc und kommt einer 0,5 l Euro-Flasche auf den Markt.

Im Glas eingeschenkt ist das Bier sehr klar, rotbraun / kastanienbraun und hat eine feste / cremige hellbraune Schaumkrone die gut am Glas haftet. Bei ratebeer.com hat das Bier recht gute Bewertungen erhalten, auch wenn es nicht für die weltweiten Top 50 Biere in der Kategorie Doppelbock reicht (Auf Platz 1 ist aktuell der Ayinger Celebrator, auf Rang 2 der Andechser Doppelbock Dunkel – well deserved würde ich sagen).

Das schreibt die Brauerei über ihr Bier:

Absolvinator ist ein kräftiges, malzaromatisches dunkles Starkbier, in der Tradition der Fastenbiere vor Ostern. Als einziges Bier, das den Namen einer Schülerverbindung (RAAV Absolvia Hof 1869) trägt, wird es eingebraut aus dunklen Spezialmalzen und nach dem klassischem Brauverfahren produziert. Vier Monate gereift, kommt es zu Beginn der Fastenzeit beim traditionellen Starkbieranstich zum Ausstoß.

Das Aroma ist malzaromatisch, süßlich, florale Hopfennoten sind im Spiel, der Alkoholgehalt lässt sich auch in der Nase schon gut wahrnehmen, last but not least kommen einige Röstmalznoten vom dunklen Malz dazu.

Die Rezenz ist angenehm-soft.

Der Antrunk ist vollmundig, malzaromatisch, betont schwer, weich und sehr sortentypisch.

Nachtrunk: ausgewogen, rund, kräftig und malzaromatisch betont und ohne anhängende Bittere – auch wenn im Nachklang etwas Hopfenbittere im Spiel ist.

Mein Prädikat: Sehr guter dunkler Doppelbock der sich gefährlich gut trinken lässt.

Advertisements

Funktioniert regionales deutsches Craftbier (noch) nicht ?

AU Pale AleSeit ca. Mitte November stand es bei meinem lokalen REWE Supermarkt mit dem Verkaufsdisplay im Getränkebereich. Das Hopfull Pale Ale (eigentlich ein IPA) von der Schlossbrauerei Au/Hallertau. Für 1,99 € war es preislich sicher auch kein Schnäppchen. Im Dezember war noch nicht viel verkauft. (Auch oder trotz des zeitweise direkt daneben platzierten Paulaner Revoluzzers). Und jetzt Anfang Januar ist es sang- und klanglos verschwunden. Auch im “normalen” Biersortiment ist es – im Gegensatz zu einigen Standartsorten von der Brauerei Au – nicht zu finden.

Mehr zum Bier gibt es hier: http://www.usox.org/2013/07/schlossbrauerei-au-hallertau-hopfull-pale-ale/  und hier: http://auerbier.de

Wobei ich subjetiv hinzufügen muss, dass man sehr wenig Werbung und PR für das Bier gemacht hat. Für die ebenfalls in 2013 eingeführte “Willibald’s Schlossweisse” gab es regional zumindest Außenwerbung (Plakate). Für das Hopfull ist mir nichts vergleichbares aufgefallen.

Daher stellt sich die Frage: Woran liegt der samwama schleppende Erfolg?

  • Liegt es an der – in diesem Fall – etwas halbherzigen Vermarktung ?
  • Funktioniert “Craftbier” von regionalen Brauereien (noch) nicht ?
  • Oder funktioniert Craftbier nur mit einem “Rock’n Roll” Brauer bzw Auftritt ?
  • Oder ist – wie von einigen Lesern auf Facebook geäußert – ein Supermarkt (noch) nicht das richtige Umfeld für Craftbier bzw. spezielle neue Biersorten ?

Tasting: Paragraph 14 New Hop Pils von der Camba Bavaria

Camba Bavaria Paragr 14Über den Namen dieses neuen Bieres wurde ja schon an der einen oder anderen Stelle gerätselt. Die Auflösung:

Es gibt einen Paragraphen 14 im Arbeitsvertag bei einer unserer Mitarbeiterin, der ihr zusichert während der Hopfenernte 4 Wochen Ernteurlaub zu bekommen. Marie, daheim in Tettnang von Locher-Hopfen – ist also unsere Namensgeberin!

Bleibt hängen, klingt besser als ein einfaches “Frisch-Hopfen-Pils” und erzählt eine nette kleine Story. Gefällt mir.

Auf der Website der Brauerei findet man noch nichts zum Bier: http://www.cambabavaria.de/produkte/neuheiten/   Aber zumindest beim Usox Bierblog gibt es ein paar Infos und eine Einschätzung: http://www.usox.org/2013/10/camba-bavaria-paragraph-14/

Ein Bier das mit ganz frischen Hopfendolden (also nicht getrockneten Dolden oder gar Pellets) gebraut wird, gibt es nicht nur von der Camba Bavaria:

http://www.ratebeer.com/beer/pyraser-hopfenpflucker-pils/55080/

Das Bier kommt in einer schlanken 0,33 l Flasche daher, das Etikett ist im neuen Camba-Stil gehalten und zeigt … (Trommelwirbel)… Hopfendolden. Viel erfährt man über die Zutaten auf dem – zugegeben recht kleinen – Halsetikett nicht. Kein Wort über die Hopfensorten, die Herkunft des Hopfens, etc. Schade.

Im Glas zeigt sich das Pils goldgelb, leicht trüb / opal, mit schönem weißen Schaum der gut am Glasrand haftet.

Das Aroma ist natürlich grasig-hopfig. Irgendwie grün – das zumindest passt zum grünen Hopfen, zum grünen Flaschenetikett, …   Etwas Malzigkeit, Heu-Duft und einige Zitrusnoten kommen hinzu.

Rezenz: Angenehm – frisch.

Der Antrunk ist schlank, frisch, relativ weich, sortentypisch.

Der Nachtrunk ist trocken und leicht feinbitter, aber für ein Pils fast etwas zu süß – da stimme ich mit Usox überein.

Mein Prädikat: Feines Frisch-Hopfen-Pils. Eigentlich der ideale Sommer-Genuß … den es aber nur im Herbst / Winter gibt.