Heute ein König – ne … heute eine Aromabombe !

Die Microbirrificio White Pony aus Piove di Sacco in der Provinz Padua lässt – klugerweise ? – viele ihrer Biere in Belgien bei der Brauerei ‘t Gaverhopke brauen.

Ob das immer klug ist weiß ich nicht. Aber das Bier mit dem schönen Namen “The Oracle” – ein Quadrupel bzw. Barley Wine ist auf jeden Fall die lange Reise wert. Das Bier ist – im positiven Sinn – ein Anschlag auf die Geschmacksknospen.

Dunkelbraun bis kastanienbraun schimmert es im Glas. Ein lange haltbarer brauner & cremiger Schaum krönt das Bier.

In der Nase sind caramellig-süße und leicht würzige Noten sofort präsent. Etwas Schokolade und einige Röstaromen kommen hinzug. Bitterkeit ist nur im Hintergrund spürbar.

Schlanke 10,7 % Alkohol hat das Bier. Eine dunkle Versuchung vor dem Herrn sozusagen. Mit etwas (reifem) Käse eine Kombination die nicht von “dieser Welt” zu sein scheint.

Wenig Kohlensäure stört diesen Bier-Gottesdienst – man möge mir diesen Vergleich nachsehen. Vollmundig und mega-aromatisch ist dieser Sud. Nur die – durch Invert-Zucker-Sirup gepimpte – (Rest-) Süße nervt irgendwann a bisserl.

Mein Prädikat: Wer “The Oracle” getrunken hat schüttet in Zukunft (nahezu) jeden Doppelbock in den Ausguss. SO geht Starkbier. Amen.

Tasting: Absolvinator Doppelbock von Meinel-Bräu aus Hof

Zur Feier des Tages gibt es heute einen Doppelbock. Doppelter Grund dafür: Daniel vom Usox-Bierblog wird feiert heute seinen 30ten Geburtstag. (http://www.usox.org/ ). Und im TV (BR / 3tes Programm um 19 Uhr) kommt heute wieder der Starkbieranstich vom Nockherberg mitsamt Politiker-Derblecken. ==> http://de.wikipedia.org/wiki/Derblecken

Daher muss ein Doppelbock ins Glas. Aber nicht der Salvator um den sich im Fernsehen alles dreht und auch keines der anderen bekannten Starkbiere aus München, sondern der Absolvinator von Meinel Bräu kommt heute auf den Tisch. Er hat solide 8 % vol. alc und kommt einer 0,5 l Euro-Flasche auf den Markt.

Im Glas eingeschenkt ist das Bier sehr klar, rotbraun / kastanienbraun und hat eine feste / cremige hellbraune Schaumkrone die gut am Glas haftet. Bei ratebeer.com hat das Bier recht gute Bewertungen erhalten, auch wenn es nicht für die weltweiten Top 50 Biere in der Kategorie Doppelbock reicht (Auf Platz 1 ist aktuell der Ayinger Celebrator, auf Rang 2 der Andechser Doppelbock Dunkel – well deserved würde ich sagen).

Das schreibt die Brauerei über ihr Bier:

Absolvinator ist ein kräftiges, malzaromatisches dunkles Starkbier, in der Tradition der Fastenbiere vor Ostern. Als einziges Bier, das den Namen einer Schülerverbindung (RAAV Absolvia Hof 1869) trägt, wird es eingebraut aus dunklen Spezialmalzen und nach dem klassischem Brauverfahren produziert. Vier Monate gereift, kommt es zu Beginn der Fastenzeit beim traditionellen Starkbieranstich zum Ausstoß.

Das Aroma ist malzaromatisch, süßlich, florale Hopfennoten sind im Spiel, der Alkoholgehalt lässt sich auch in der Nase schon gut wahrnehmen, last but not least kommen einige Röstmalznoten vom dunklen Malz dazu.

Die Rezenz ist angenehm-soft.

Der Antrunk ist vollmundig, malzaromatisch, betont schwer, weich und sehr sortentypisch.

Nachtrunk: ausgewogen, rund, kräftig und malzaromatisch betont und ohne anhängende Bittere – auch wenn im Nachklang etwas Hopfenbittere im Spiel ist.

Mein Prädikat: Sehr guter dunkler Doppelbock der sich gefährlich gut trinken lässt.

Tasting: Holladiebierfee von Meinel Bräu aus Hof

Der nächste / zweite (?) Streich der vier Braumädels. Diesmal kommt das Bier von der Meinel-Brauerei und nicht wie Sud#1 von der Brauerei Drei Kronen aus Memmelsdorf. Wobei man – wenn ich das richtig verstanden habe – sowieso regelmäßig zwischen den drei Brauereien der Damen wechseln will. Hier findet man die Brauerei und auch etwas Information zum Bier: http://www.meinel-braeu.de/

2013-11-15 09.54.58

Hopfen aus dem fränkischen Spalt, Malz von Weyermann (Gerste, Dinkel !! und Caramel) sind laut “Beipackzettel” die wesentlichen Zutaten.

Das Bier ist in 0,33 l “Mini-Champus-Flaschen” abgefüllt und hat 7,5% vol. alc. Haltbar ist das Bier bis zum 1. Sept. 2014.

Optik: Im Glas ist das Bier dunkelbraun/rotbrau, undurchsichtig, hat fast keinen Schaum, der wenige braune Schaum der Anfangs vorhanden ist verschwindet sehr schnell.

Die Rezenz ist sehr soft, fast schon tot.

Das Aroma ist süßlich, malzaromatisch, leicht karamellig, blumig

Der Antrunk ist vollmundig, schwer, weich, malzaromatisch, hat ganz dezente Hopfennoten und ist sortentypisch.

Nachtrunk: vollmundig, süß, rund, mild, fast schon klebrig-süß

Gesamteindruck: Wer auf relativ süßliche und weiche Starkbiere steht sollte zugreifen. Mir persönlich ist das zu laff, zu blumig, mir fehlt bei dem Bier leider jeglicher Feenzauber. Aber vermutlich bin ich einfach nicht die “Zielgruppe” für das Bier.

Mein PrädikatDie Barbie-Puppe unter den Starkbieren. 

Im Blog von Mareike (Feiner Hopfen) wurde das Bier übrigens auch schon getestet und sie kommt zu einem deutlich positiverem Urteil. So verschieden sind zum Glück die Geschmäcker 🙂    http://feinerhopfen.wordpress.com/2013/11/03/holladiebierfee-schokoladige-waldbeerenbombe/

 

Tasting: Paulaner Salvator

Paulaner SalvatorDas Starkbier. Mehr braucht man eigentlich nicht dazu zu schreiben.

Das sagt die Brauerei (http://www.paulaner-brauerei.de) selbst über ihr Bier:

Der Paulaner Salvator mit dem kräftigen, typisch malzigen Geschmack ist sozusagen das Ur-Paulaner. Das untergärige Doppelbock-Bier vereint feinsten Hopfen und dunkles Gerstenmalz. Den Paulaner Mönchen diente der Salvator in der Fastenzeit als Nahrungsersatz. Berühmtester Braumeister war Frater Barnabas, der ab 1773 die Paulaner Klosterbrauerei leitete. Seine ursprüngliche Rezeptur ist bis heute so gut wie nicht verändert worden. Um das Original zu schützen, ließ Paulaner 1896 die Warenbezeichnung „Salvator” beim Patentamt eintragen.

Salvator stammt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet “der Retter, Erlöser”. Das passt ganz gut zu diesem Doppelbock mit 7,9% vol. alc. Der Genuss des Bieres erlöst einen nämlich angeblich auch von jeglichen Alltagssorgen.

Optik: Rotbraune / Kastanienbraune Farbe, brauner, feinporiger / cremiger / sahniger Schaum. Erinnert fast an einen Cappuccino. Der Schaum haftet nicht am Glas und fällt rasch zusammen.

Aroma: Malzaromatisch, süß, Alkohol-haltig, Hopfen: Fehlanzeige.

Rezenz: leicht prickelnd, nicht zu soft und nicht zu perlend. Genau richtig.

Antrunk: Süßlich, würzeartig, malzaromatisch und sortentypisch.

Nachtrunk: Klebrig-süß (“sticky”), malzig, vollmundig / full-bodied, rund und kräftig-betont.

 

Mein Prädikat: Das flüssige und alkoholhaltige Malzbonbon unter den Bieren.