Tasting: Kreativbrauerei Kehrwieder SHIPA Ella

Heute im Glas das brandneue Single Hop India Pale Ale von der Kreativbrauerei Kehrwieder. Gebraut mit dem neuen australischen Aromahopfen “Ella”. Hopfen-der-Welt schreibt über diesen Hopfen: ” Ella hat zwei Gesichter: vorsichtig dosiert bringt sie blumige und würzige (Anis) Noten ins Bier, bei höherer Dosis oder gestopft kommen dann auch sehr schöne Grapefruit/tropische Aromen. Ein vielseitig verwendbarer Hopfen!” ==> http://www.hopfen-der-welt.de/pellets-typ-90/australien/ella/  

Das Etikett der 0,33 l Long-Neck-Flasche ist im bekannten Stil der Kehrwieder Brauerei gehalten. Es gibt relativ viele Informationen zum Bier (IBU: 65, Hopfenaroma, Glasempfehlung, Empfohlene Trinktemperatur, …). Sehr löblich.

Optik: Im Glas ist das Bier bernsteinfarben – orangefarben. Gleichmäßig Trüb / unfiltriert und mit beigem haltbarem Schaum.

Aroma: Die typischen und schon angekündigte / erwartete Ladung Grapefruit / bittere Zitrusfrucht. Eine Gewürznote / leichte Schärfe ist erkennbar, das Anis-Aroma kann ich leider nicht so richtig entdecken. Aber das nimmt man ja individuell auch unterschiedlich wahr.

Antrunk: Spritzig-frisch, vollmundig, sortentypisch.

Rezenz: spritzig – fast schon prickelnd

Nachtrunk: kräftig betont und feinbitter, zitrusfruchtig

Mein Prädikat: Interessantes und frisches Single Hop IPA aus der Brauerei die sich zu Recht als “Kreativbrauerei” bezeichnet.

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Tasting: Mosaic Imperial India Pale Ale von Mikkeller

Mikkeller Mosaic Heute mal ein Mikkeller, weil die ja in Kürze mit einer Pop-up-Bar in Berlin aufschlagen werden. Gebraut wird der “Stoff” bei der de Proef Brouwerij in Belgien. Und ich muss vorab sagen das ich den Mosaic Hopfen einfach großartig finde. Also ein weiterer Grund dieses Single-Hop IPA zu testen.

Über den Hopfen sagt das Datenblatt von Barth-Haas das er die folgenden Aromen hat: Birne, Stachelbeere, Mandarine, Limette, Pfirsich. http://www.barthhaasgroup.com/images/pdfs/hop-varieties/de/Sortenblatt_Deutsch_USA_Mosaic.pdf

Das Bier kommt in schlanken 0,33 l Flaschen daher. Es ist ein kräftiges Imperial IPA mit 8,9 % vol. alc. und es hat bei ratebeer.com sehr gute Bewertungen erhalten: http://www.ratebeer.com/beer/mikkeller-mosaic-imperial-india-pale-ale/223261/

Allerdings reicht die Durchschnittsnote von aktuell 3,74 in der Kategorie Imperial IPA nicht für einen Platz in den Top 50. Schade eigentlich.

Im Glas zeigt sich das Bier mit dunkel-goldener Farbe, es ist leicht trüb/opalisierend und hat einen beigen, gut haltbaren Schaum. Schaum haftet gut am Glas. Alles tiptop also.

Das Aroma ist geprägt von Citrus plus Pinie / Fichte / Tanne sowie tropische Früchte. Etwas Karamell und Malz gesellen sich hinzu.

Rezenz: Angenehm / dezent perlend.

Antrunk: Vor allem sehr bitter gepaart mit einer Restsüße. Vollmundig, frisch, sortentypisch und Hopfenbetont.

Nachtrunk: trocken, herb, bitter mit etwas Fruchtigkeit (Citrus)

Mein Prädikat: Sensationelle fruchtig-herbe Hopfenbombe aus Belgien.

Doppel-Tasting: Mandarina Bavaria Bier (Craftwerk vs. Hallodri)

Hallodri links im Bild, Tangerine Dream rechts zu sehen

Hallodri links im Bild, Tangerine Dream rechts zu sehen

Das Tangerine Dream IPA der neuen Craftwerk-Biermarke hat mich auf die Idee gebracht: Da steht doch noch eine Flasche “Eiskalt gehopfter Hallodri” von Hofbräu München im Keller. Die könnte man doch mal mit der Neu-Kreation von Bitburger vergleichen. Beide Biere sind mit 5,8 bzw. 6,0 % Alc nicht zu stark und beide sind mit Mandarina Bavaria Hopfen gebraut. Gleiche Startvoraussetzungen also. Allerdings ist das Hofbräu-Bier geschätzte 6 Monate älter (gekauft auf der Braukunst Live Anfang März 2013). Ich ging im Vorfeld davon aus, daß die Hopfenaromen beim Hofbräu-Bier nicht mehr so präsent und frisch sind wie beim noch jungen Bitburger-Craftbier-Wurf. Nachdem mich bisher nur wenige Biere mit dem noch recht neuen Mandarina Bavaria Hopfen überzeugt haben, fand ich es – trotz des Altersunterschieds – ein gute Idee die beiden Biere direkt miteinander zu vergleichen. Nachdem es zum Hallodri wenig Infos gibt, bin ich mir übrigens nicht sicher ob es sich hierbei um ein Mandarina Bavaria Single Hop Bier handelt. Beim Craftwerk Bier ist die Aussage dazu eindeutig.

Ein interessanter Unterschied – auf dem Papier – ist das Mindesthaltbarkeitsdatum: Während der Hallodri nur bis zum 12. Juni 2013 haltbar war (vermutlich also nur 6 Monate) ist das Tangerine Dream bis zum 28. Juni 2015 haltbar. Also zwei Jahre ! Überraschend lang für ein Bier mit 5,8 % Alc.

Mehr zum Craftwerk-Bier findet man hier: https://www.craftwerk.de/Biere/CRAFTWERK-TANGERINE-DREAM.html    

Zum Hallodri findet sich sehr wenig / fast nichts im Web. Auf der Brauereiseite wird es nur hier erwähnt: http://www.hofbraeu-muenchen.de/aktuelles/2013-02-braukunst-live/

Vorweg: In beiden Fällen handelt es sich um ein gutes und sortentypisches IPA. (Auch wenn Hofbräu den Hallodri wohl gar nicht offiziell als IPA bezeichnet).

Optik: Das TD hat cremigen, kompakten, etwas dunkleren Schaum, der Schaum haftet feinporig am Glasrand, das Bier ist hefetrüb und die Farbe würde ich als amber-orange bezeichnen. Das Hallodri hat im direkten Vergleich den grobporigeren helleren (weißeren) Schaum, der Schaum haftet ebenfalls sehr schön am Glasrand, auch der Hallodri ist hefetrüb und hat die etwas hellere Farbe (helleres Orange mit weniger Bernstein-Tönen). 

Aroma: Im direkten Vergleich irritiert das Craftwerk-Bier mit deutlich wahrnehmbaren (Berg-)Käsearomen. (Ein Hefeproblem?). Daneben haben beide Biere deutliche Zitrus-/ exotische Früchte-Aromen. Ich persönlich tue mich aber schwer dort explizit Mandarine zu erkennen. Trotz des höheren Alters ist das Zitrusfruchtaroma beim Hallodri dominanter. .

Im Antrunk präsentieren sich beide Biere frisch, hopfig-herb und einem mehr oder weniger raffinierten Zitrusgeschmack. Während der Hallodri auch hier wieder fruchtiger wirkt, ist das Tangerine Dream deutlich bitterer / herber. Letzteres führt für mich zu einem weniger harmonischen und kantigeren Eindruck. Dieser Eindruck könnte aber durch die Frische des Bieres verursacht sein. Und womöglich schmeckt es nach 6 Monaten in der Flasche deutlich runder und harmonischer. (Wie schon geschrieben: Nicht alle Startvoraussetzungen beim Doppeltasting waren gleich).

Beide Biere sind im Nachtrunk nicht nur fruchtig sondern auch würzig-pfeffrig. Letzteres trifft besonders auf den Hallodri zu, während das Craftwerk-Bier zusätzlich bitter und malzig schmeckt. Hinzu kommen beim Tangerine Dream noch grasige-krautige Noten.

Prädikat: Knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Aber mein Killermandarinen-Award geht nach München für die etwas bessere Mandarina Bavaria Kreation. 

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. (Søren Aabye Kierkegaard)