Lesestoff: Im neuen Stern heisst es “Bitte kein Pils!”

Auf Seite 128 + 129 geht es im aktuelle Stern (#22 / 2014) um die neuen bzw. wiederentdeckten Biersorten und die neuen Brauer.

Vorgestellt werden u.a. der Propeller Nachtflug, Crew Republic X 2.0, Ahornberger Märzen und Camba Bavaria Oak Aged.

Viele, wenn auch nicht alle vorgestellten Marken gibt es z.B. bei Biervana in München (www.biervana.eu). Auf jeden Fall findet man dort aber alle empfohlenen Biersorten. Egal ob Märzenbier, Barley Wine, obergäriges Kölsch oder Stout. 

Stern 22_2014 Bitte kein Pils! 2014-05-23 08.12.18 2014-05-23 08.11.49 Stern 22 Bitte kein Pils

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Tasting: Märzen von der Brauerei Goss Deuerling

Ein Bier bei dem ich spontan ins Schwärmen gerate. Stammt aus der Region rund um Regensburg. Gekauft beim guten Frizzz Getränkemarkt in Regensburg. Kommt in der klassischen 0,5 l Euro-Flasche mit einem “spröde” gestalteten Etikett auf den Markt. Es hat ordentliche 5,5 % vol. alc. “unter der Haube”. Und ist ein Märzen-Bier wie aus dem sprichwörtlichen Bilderbuch. Positive Bewertungen zum Bier findet man z.B. hier: http://www.bierbasis.de/bier/Goss-Braeu-Maerzen

Optik: Dunkles Gold, sehr klar, cremiger beiger Schaum der gut am Glasrand haftet. Beim Schaum denkt man eher an die Milchcreme vom Cappuccino als an Bierschaum.

Aroma: Rein, etwas Citrus, Gras, Malzaromatisch, relativ kräftig.

Rezenz: frisch

Antrunk: abgerundet und vollmundig, malzaromatisch, weich, sortentypisch und relativ schwer.

Nachtrunk: ausgewogen, rund, feinbitter, harmonisch.

Mein Prädikat: Ein Spitzen-Märzen das zu Recht schon auf dem World-Beer-Cup ausgezeichnet wurde. Ein klassischer Hidden-Champion aus der “Provinz”.

 

Tasting: Schönramer Gold von der Privaten Landbrauerei Schönram

Nachdem hier im Blog bisher vor allem die “neumodischen” Sachen von Schönramer vorgestellt wurden, ist es Zeit mal ein klassisches bayerisches Bier von der “Vorzeige-Brauerei” zu verkosten. Heute also das Schönramer Gold – ein Märzen / Oktoberfestbier mit satten 5,7 % vol. alc.

Bei ratebeer schneidet das Bier eher unterdurchschnittlich ab. Und das bei recht beachtlichen 90 Bewertungen: Nur 2,89 als Durchschnittsnote ist in der Kategorie “Märzenbier” eher schwach. Details findet man hier: http://www.ratebeer.com/beer/schonramer-gold/39499/

Das Bier kommt in der schlankeren 0,5 l NRW-Flasche auf den Markt. Das Etikett ist – klar bei dem Namen – goldfarben, bayerisch-barock gestaltet und informationsarm.

Im Glas ist das Bier – schon wieder – goldfarben und klar. Es hat eine prächtige, feinporige weiße Schaumkrone die gut am Glas haftet. Für ein Märzen ist es farblich etwas zu gelbgold und nicht “dunkel” genug.

Aroma: Frisch, getreidig, rein, relativ neutral.

Rezenz: Angenehm-soft.

Antrunk: abgerundet, vollmundig, malzaromatisch, sortentypisch

Nachtrunk: rund und ausgewogen, harmonisch, ganz leicht feinbitter.

Mein Prädikat: Eher ein süffiges, kräftigeres Helles als ein “typisches” Märzenbier / Festbier. Nicht schlecht, aber auch keine Offenbarung.

Tasting: Festbier von Kauzen Bräu aus Ochsenfurt

Das nächste weihnachtliche Festbier. Diesmal ein Bier aus Unterfranken. Auch bei diesem Bier ist – vom Etikett mit aufgedruckten Schneeflocken abgesehen – nicht viel “Weihnachtliches” zu spüren. Ein Märzenbier mit 5,8 % vol. alc. abgefüllt in der 0,5 l Flasche.

Kauzen Festbier

Mehr zur Brauerei findet man hier: http://www.kauzen.de/   Die recht positiven Bewertungen des Bieres bei ratebeer.com findet man hier: http://www.ratebeer.com/beer/kauzen-festbier/35084/

Optik: Dunkles Gold, sehr klar / blank, wenig weißer Schaum der rasch verschwindet.

Aroma: rein, malzaromatisch

Rezenz: angenehm-soft

Antrunk: schlank, abgerundet, malzaromatisch, weich, sortentypisch

Nachtrunk: ausgewogen, rund, feinbitter (endlich etwas Hopfen), recht harmonisch, süffig.

Mein Prädikat: Handwerklich ordentlich gemachtes Märzen – warum das ein Weihnachts-/Festbier ist erschließt aber nicht. Wie bei so vielen Festbieren auch. Willkommen im Club.

 

Tasting: Festbier von Löwenbräu Neuhaus/Aisch

Heute ein Festbier / Weihnachtsbier (also ein Märzen / Oktoberfestbier) aus dem monatlichen Paket des Biershop-Bayern. Es kommt aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt und somit aus MIttelfranken.

Löwenbrau Neuhaus

Die Gasthaus-Brauerei hat mit ihren Bieren (konkret dem Bernsteinfarbenen Hefeweizen und dem Keller Bier Dunkel) schon beachtliche sieben Medaillen beim European Beer Star Award gewonnen.

Mehr zu Brauerei findet man unter: http://www.zum-loewenbraeu.de

Bei Ratebeer sind die Bewertungen bisher auf einem durchschnittlichen Niveau – wenn auch bei kleiner Anzahl an Bewertungen: http://www.ratebeer.com/beer/lowenbrau-neuhaus-festbier/18016/

Das Festbier hat 5,5 % vol. alc., wird in 0,5 l Euro-Flaschen abgefüllt und die Zutaten sind Wasser, Gerstenmalz und Hopfen. Das Etikett zeigt einen stilisierten Löwen über dem Zunftwappen der Brauer. Okay für eine Regionalbrauerei würde ich sagen. 

Optik: Dunkelgoldene-kupferrote Farbe, klar/blank, wenig heller, feinporiger Schaum der rasch verschwindet.

Aroma: rein, karamellig, süßlich-malzaromatisch

Rezenz: angenehm-soft

Antrunk: abgerundet, vollmundig, sortentypisch, würzeartig, malzaromatisch, weich

Nachtrunk: rund, harmonisch, süffig

Mein Prädikat: Ordentliches Bier, aber eindeutig kein “Hidden-Champion” aus der mittelfränkischen Provinz.

Tasting: Oktoberfest Bier von der Brooklyn Brewery

brooklyn oktoberfest1Allein schon die Tatsache das man nicht “Octoberfest” sondern “Oktoberfest” auf die Flaschen schreibt verdient ein Lob. Das Bier stammt nicht aus einem der BraufactuM Kühlschränke, in denen man ja ein paar Biere der Brooklyn Brewery findet, sondern von einem anderen Bierimporteur. Das ist gut so, denn die Brauerei hat mehr zu bieten als das East India Pale Ale oder das Brooklyn Lager das man in den o.g. Kühlschränken leicht finden kann.

Bei ratebeer.com sind die fast 800 Bewertungen nur leicht überdurchschnittlich: http://www.ratebeer.com/beer/brooklyn-oktoberfest/5129/

Das Bier hat 5,5 % vol. alc. und ist damit etwas leichter eingebraut als viele andere Oktoberfest-/Märzen-Biere.

Optik: Dunkles Bernstein, klar, hellbrauner stabiler Schaum.

Rezenz: Angenehm-soft

Aroma: Brotig, malzig-süß, etwas Kräuter-Hopfen-Aroma

Antrunk: Vollmundig, würzeartig, rund, fast schon schwer

Nachtrunk: Weich, vollmundig, rund/soft, leicht herb, kräftig betont.

Mein Prädikat: Schmeckt ein bisschen wie ein mit Wasser verdünnter Doppelbock. Nicht so richtig wie ein Oktoberfestbier. Aber für ein Wiesnbier aus Brooklyn / New York ist es OK.

Tasting: Herrnbräu Tradition (Festbier)

Von Herrnbräu aus Ingolstadt kommt dieses Märzen über das die Brauerei selbst sagt:

Ein echtes Festbier – das vollmundige HERRNBRÄU Tradition.

Alljährlich gebraut zum Jahrestag des 1516 in Ingolstadt verkündeten weltberühmten Bayerischen Reinheitsgebotes. Nach altüberliefertem Braurezept mit ausgesuchten Zutaten ist es edel-aromatisch und süß im Antrunk.

Mehr zum Bier und zur Brauerei gibt es hier: http://www.herrnbraeu.de

Und hier findet man die aktuellen – eher durchschnittlichen – Bewertungen zum Bier: http://www.ratebeer.com/beer/herrnbrau-tradition-festbier/10140/        Auf Bier-Index.de findet sich noch keine Bewertung: http://www.bier-index.de/biere/herrnbrau-tradition.html

Das Bier kommt in der schlanken 0,5 l NRW Flasche daher, das Etikett wurde offenbar in diesem Jahr überarbeitet: http://www.herrnbraeu.de/de/news/news-detail/article/herrnbraeu-tradition-festbier-im-neuen-etikettendesign.html   Die Brauerei nennt es “Bayerisch-traditionell”. Das trifft es gut. Über die Zutaten erfährt man nicht viel, aber zumindest verzichtet man wohl auf Hopfenextrakt. Mit 5,6 vol. % ist es auch ganz ordentlich mit Alkohol gesegnet.

Im Glas präsentiert sich das Bier goldgelb, klar, hat einen feinporigen weißen Schaum mit mäßiger Haltbarkeit und der Schaum haftet vorbildlich am Glas.

Das Aroma: Hopfen (Kräuter, etwas Zitrus), relativ rein und klar.

Antrunk: Dezente Hopfenbitternoten, würzeartig-süßlich, ganz leicht säuerlich, etwas metallisch und etwas grasig.

Rezenz: mild / soft / angenehm.

Nachtrunk: Leicht Trocken, Alkoholisch.

Prädikat: Schmeckt mir zu sehr nach einem Hellen / Dortmunder und zu wenig nach einem “traditionellen” Märzen-Festbier. (Auch wenn das Bier im Frühjahr verkauft wird und daher wohl auch kein herbstlich-süffig-kräftiges Festbier sein soll).