Neu: Müllerbräu Red Nax Imperial India Pale Ale aus Pfaffenhofen

RedNax_freiAls Biergenießer ist man ja irgendwie auch Jäger und Sammler. Deswegen bin ich gleich losgedüst um das neue IIPA aus Pfaffenhofen zu besorgen. Das Bier gibt es bereits im lokalen Handel für ca. 1,69 €uro – preislich liegt es also im Rahmen der anderen IPAs die in den letzten Monaten vorgestellt wurden. Der Alkoholgehalt liegt bei mittelkräftigen 7,0% .  Etwas mehr zum Bier gibt es hier: http://www.muellerbraeu.com/main/index.html und zum Namen findet man z.B. hier etwas: http://www.dinnerscout.de/das-mullerbrau-imperial-pale-ale-hat-einen-namen-red-nax/

Das Flaschenetikett (die Vorderseite) finde ich leider wenig gelungen. Ob man mit dem graubraunen Tuschebild (sorry!) im Handel auffällt, wage ich zu bezweifeln. Dafür ist man auf dem Rückenetikett ziemlich Auskunftsfreudigkeit und zumindest in Sachen Hopfen transparent. Leider erfährt man nichts über die verwendeten Malze. Im Gegensatz zu den Nachbarn von der Schlossbrauerei Au hat man sich bei Müllerbräu getraut nicht nur auf bekannte lokale Hopfensorten zu setzen, sondern auch auf “das neue Zeug aus Übersee” – sprich: Das Bier wurde mit Citra hopfengestopft.

Deutlich überzeugender als das Etikett ist aber der Inhalt. Kupferfarben-goldbraun und extrem klar präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum ist weiß und feinporig aber leider ziemlich instabil und schnell “von dannen”.

Der Geruch ist zunächst hopfenaromatisch und etwas krautig. Dann aber kommt auch die Fruchtigkeit des Citra-Hopfens sehr deutlich an. Zitrusfrüchte und Mango sind m.E. die wesentlichen Aromen.

Der Antrunk ist abgerundet und vollmundig und zeigt  auch etwas Malzaroma. Sehr weich und sortentypisch im Mund. Die Rezenz ist angenehm dezent. Der Nachtrunk ist ausgewogen, leicht bitter und fruchtig und insgesamt harmonisch. Der Citra-Hopfen tut dem Bier m.E. gut.

Prädikat: Ein neuer bayerischer IPA Mitspieler der den bisherigen “Platzhirschen” das Leben sicher sehr schwer machen wird.

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Tasting: Craftwerk Tangerine Dream India Pale Ale

Craftwerk Tangerine Dream - 0,33 l Flasche

Craftwerk Tangerine Dream – 0,33 l Flasche

Brandneu auf dem Markt: Die drei Craftbiersorten von Bitburger. Einen tollen Artikel dazu findet man bei Lieblingsbier.de: http://www.lieblingsbier.de/2013/07/18/bitte-ein-ipa-bitburger-begeht-einstieg-in-den-craft-bier-markt/

Auf jeden Fall ist das wohl kein Schnellschuss, denn hinter dem Projekt steht ein bekannter Mensch: “Verantwortlich für die Biere ist laut der Webseite übrigens „Braumeister Stefan“, welcher mit Sicherheit einiges an Wissen über spannende Biere mitbringt, da er Leiter des Klein- und Pilotsudwerks an der TU München war und ebenfalls als Juror beim World Beer Cup 2012 mit dabei war.” (aus dem o.g. Artikel bei Lieblingsbier.de)

Den Tasting-Anfang bei mir macht das Tangerine Dream IPA. Das Bier (der erste verkaufte Sud) ist bis 28. Juni 2015 haltbar – mehr als ordentlich für ein Bier mit 5,8% Vol. Es wird in 0,33 l Flaschen angeboten und ist aktuell wohl nur über die Website der Brauerei (http://www.craftwerk.de/) erhältlich. Ärgerlich ist daran eigentlich nur die Tatsache das man insgesamt mind. 12 Flaschen ordern muss (Die drei Sorten kann man natürlich bei der Bestellung mischen). Und das die Lieferung mit fast einer Woche etwas arg lang gedauert hat. Naja das wird vielleicht noch besser. Der Preis liegt mit 2,16 € inkl. anteil. Versandkosten im OK-Bereich. (Benchmark ist für mich hier nach wie vor der Riedenburger Dolden Sud mit 1,40 – 1,50 € pro Flasche – allerdings ohne Versandkosten o.ä.). Ob man auf Dauer mit dem Vertrieb nur über die Craftwerk-Website und auf Festivals / in Szenebars erfolgreich sein kann, muss sich zeigen. Passt aber vermutlich zur Marke und stört zudem die anderen “Konzernmarken” nicht.

Die Flasche ist modern und “stylisch” gestaltet, ganz bewusst gegen den “üblichen” Bierstil und ohne jegliche Nähe zum “normalen” Bitburger-Auftritt. Das man die eine oder andere Anleihe beim Stil der US-Craftbrewer genommen hat ist nachvollziehbar. Auf jeden Fall sticht das Design ins Auge. Sogar mein Sohn hat die Flasche im Kühlschrank bemerkt und lobend kommentiert. Und das kommt sehr sehr selten vor. Wobei wenn ihn das anspricht, könnte man in dem Design wohl auch erfolgreich Limo verkaufen 🙂   Lobenswert ist auf jeden Fall die transparente Zutatenliste. Es wird exakt geschrieben welches Malz und welche Hopfensorte(n) verwendet werden. Hier sind es Pilsner Malz, Karamellmalz, Münchner Malz und Weizenmalz. Und beim Hopfen der noch recht neue Mandarina Bavaria Hopfen. (Mehr dazu hier: http://www.lfl.bayern.de/ipz/hopfen/019190/index.php )

Eingeschenkt präsentiert sich das Bier orange-bernsteinfarben, hefetrüb, mit cremigem, feinporigem Schaum (weiß mit einem Hauch beige).

Das Tangerine Dream hat ein grasig-hopfig-zitroniges Aroma mit Anklängen von Kräutern und Südfrüchten. (Ein erster “Gruß” vom Mandarina Bavaria Hopfen). Die Rezenz ist angenehm und soft. Sortentypisch für ein IPA finde ich.

Der Antrunk ist Weizen-malzig, ziemlich bitter, sehr viele Zitrusfruchtaromen, frisch und insgesamt Sortentypisch. Geschmacklich ist der Nachtrunk ausgewogen, trocken, feinbitter, leicht hefig und mit einem Nachklang von Mandarine und Zitrone.

Fazit: Mich konnten bisher nicht allzu viele Biere mit Mandarina Bavaria Hopfen überzeugen (meine eigene Homebrew-Schöpfung eingeschlossen). Das IPA von Craftwerk zeigt aber was man mit diesem – wie gesagt noch recht neuen – Hopfen machen kann.

Prädikat: Auch wenn die Vermarktung an der einen oder anderen Stelle noch zu bemüht wirkt, das ist ein gelungenes leichtes IPA. Und hoffentlich ein positiver Impuls für Craftbeer aus und in Deutschland.

 

Tasting: Riedenburger Dolden Sud Bavarian IPA

Endlich habe ich dieses Bier im Handel gefunden. Einen ersten Probierschluck habe ich schon auf der Braukunst Live in München nehmen dürfen. Aber im Eifer des Gefechts…
Nun also das Tasting für dieses außergewöhnliche Bavarian IPA.

Das Etikett ist jedenfalls sehr ungewöhnlich und erinnert auch nicht an die normalen Etiketten vom Brauhaus aus Riedenburg. Es werden sehr viele Informationen über das Bier auf dem Etikett auf der Flaschenrückseite geliefert. Bemerkenswert ist das auch Emmer-Malz zum Einsatz kommt. Und für sein Emmer-Bier ist das Brauhaus ja durchaus bekannt. Dem Bier schadet es jedenfalls nicht. Leider fehlt die Info welche Hopfensorten zum Einsatz kommen. Schade. Ach ja: Wie bei Riedenburger üblich ist das Bier komplett aus ökologischen Zutaten hergestellt. (Deswegen gibt es das Bier z.B. auch beim Basic Biomarkt in München). R-e-s-p-e-k-t.

Mehr zum Bier ist hier zu finden: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unser-dolden-sud/doldensud/browse/typo3temp.html

Ein weiteres Tasting ist übrigens hier zu finden: http://www.usox.org/2013/05/riedenburger-brauhaus-dolden-sud/

Mit 6,5 % Alc hat das Bier auf jeden Fall den “richtigen” Alkoholgehalt. Auch die Farbe (amber-orange) passt m.E. sehr gut zum IPA. 

Das Aroma und der Geschmack sind IPA-typisch von citrus- und grapefruit-Noten dominiert.  Es ist insgesamt sehr fruchtig und trotzdem trocken im Nachgeschmack.

Mir gefällt das Bier ausserordentlich gut.

Prädikat: US-Hipster mit kontrolliert biologischen Ökosocken. Trotzdem lecker. 

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