Tasting: India Pale Ale von der Brauerei Lemke aus Berlin

Heute ein – nein DER Klassiker unter den India Pale Ales aus Deutschland. Denn dieses IPA gibt es schon seit ca. 10 Jahren. Bei Ratebeer stammt das erste Rating dieses Bieres aus dem August 2005! Da war von einer Craft-Bier-Bewegung in Deutschland oder einer Pale-Ale / India Pale Ale Welle noch garnix zu ahnen.

Gebraut mit Amarillo, Cascade, Simcoe und Galaxy-Hopfen. 60 IBU (Bittereinheiten) 16,5 Plato (Stammwürze) und 6,5% Alkohol.

Schönes dunkles Gold im Glas. Leicht trüb und mit einer cremigen leicht beigen Schaumkrone. Der Schaum ist stabil und feinporig.

Das Aroma überzeugt sofort mit viel Citrus- und Grapefruit-Noten. Hinzu kommt etwas Nadelholz / Fichte sowie ein Hauch von Getreide.

Der Antrunk ist schlank, vollmundig und frisch. Relativ weich und sortentypisch “knackig” kommt das Bier daher.

Die Rezenz ist frisch / leicht spritzig. Bekommt dem Bier aber sehr gut.

Der Nachtrunk ist rund, fruchtig, harmonisch.

Mein Prädikat: Der Methusalem unter den deutschen IPAs kommt frisch und fruchtig daher. Das Bier ist leider wenig bekannt – dabei hätte es deutlich mehr Aufmerksamkeit durchaus verdient.

Doppel-Tasting: Riedenburger Dolden Sud (Sud# 4 vs. Sud#5)

Links: Sud 4    Rechts: Sud 5

Links: Sud 4 Rechts: Sud 5

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. (Søren Aabye Kierkegaard)

Naja so weit muss es ja nicht gehen. Denn mit dem Riedenburger Dolden Sud (einem Bavarian India Pale Ale) hat die feine Bio-Brauerei ja einen Volltreffer gelandet. Zudem ist das Bier mit 1,40 bis 1,50 € auch mehr als Fair gepreist. Kein Grund zur Unzufriedenheit.

Aber nachdem mit gleich zwei verschiedene Sude zur Verfügung standen, habe ich letzte Woche mal einen direktes Vergleichstasting gemacht.

Mehr zum Bier findet man hier: http://www.riedenburger.de/fileadmin/data/PDFs/DOLDENSUD_Flyer.pdf

Vorweg: In beiden Fällen handelt es sich um eine sehr gutes und sortentypisches IPA. Aber nachdem mir kürzlich jemand gesagt hat, das sich die Sude durchaus unterscheiden würden, wollte ich der Sache mal auf den Grund gehen. Und siehe da, es gibt tatsächlich sicht- und schmeckbare Differenzen. Keine gravierenden, aber spürbare Unterschiede. Ob das bei einem Craft-Bier / handwerklichen Bier so dazu gehört, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Sud #4 (MHD 1. Feb 14) ist etwas dunkler und hat mehr orangetöne in der Farbe (man kann es auf dem Foto zumindest Ansatzweise erkennen). Er ist trüber als Sud#5 und produziert etwas weniger Schaum.

Sud#5 (MHD 14. Feb 14) ist etwas heller als Sud#4 und weniger trüb. Er liefert etwas mehr Schaum der zudem grobporiger ist. Im Nachtrunk ist Sud#5 leicht herber und bitterer und etwas mehr “spicy” als #4. Der Sud#5 wirkt insgesamt nicht ganz so abgerundet und harmonisch wie Sud#4.

Beide “Versionen” sind im Nachtrunk nicht nur fruchtig sondern auch spicy bzw. pfeffrig. Nachdem beide Biere noch recht jung sind, kann es m.E. sein das sich das im Laufe der Zeit abbaut.

Interessant aufgrund der Unterschiede ist sicher die Frage welcher Hopfen (es sind angeblich 10 verschiedene Hopfensorten!?) in welchen Mengen bei den Suden verwendet wurde. Da wünscht man sich als Bierfreak etwas mehr Transparenz.   Dazu heute (17. Jan. 2014) eine Ergänzung via http://feinerhopfen.wordpress.com/2014/01/16/riedenburger-brauhaus-weitgereiste-zelebrieren-doldensud/  wo Maximilian Krieger zur Anzahl der Hopfensorten schreibt: ursprünglich waren es acht Sorten. Das mit den 10 Sorten war eine Fehlinformation. Wo die her kam kann ich auch nicht sagen. Im Moment sind es sogar mehr Sorten weil wir jetzt nach der Ernte endlich genügend heimische Bio-Hopfensorten haben. Die amerikanischen und englischen Hopfen werden jetzt ersetzt und dadurch wird sich auf jeden Fall der Geschmack wieder ein bisschen ändern. Ein Hallertauer Cascade schmeckt halt einfach anders als ein amerikanischer und die anderen Sorten sowieso.
Der aktuellste Sud ist übrigens Sud 16.

Bemerkenswert ist außerdem die Tatsache das beim Dolden Sud laut Etikett KEIN nicht ausschließlich biol. angebauter Hopfen verwendet wird. Das ist m.W. ungewöhnlich für ein Bier von Riedenburger.

Prädikat: “Das Glück wurde als Zwilling geboren” (Lord George Byron)

Tasting: Hopfenstopfer Comet IPA Triple Hop Craft Beer

Nicht exakt ein Bier aus Bayern. Aber die neuen Bierkreationen müssen gewürdigt werden, auch wenn sie aus dem Nachbar-Bundesland kommen. Und nach dem Citra (http://wp.me/p2XI2t-F) ist jetzt das Comet IPA Triple Hop Craft Beer an der Reihe. Kommt von Häffner-Bräu aus Bad Rappenau. Und ist eines der neueren Craftbiere – von zur Zeit zehn verschiedenen Sorten (Quelle: http://www.ratebeer.com/brewers/haffner-brau/6693/)

Optisch ein schönes orange-bernsteinfarbenes Bier mit mäßiger / wenig stabiler Schaumkrone. Das Design der 0,33 l Flasche gefällt mir persönlich überhaupt nicht. Löblich und relativ modern ist allerdings der auf dem Etikett integrierte QR-Code, über den man direkt der Hopfenstopfer-Facebook-Seite landet. Ansonsten erfährt man das neben Comet Hopfen auch noch Saphir und Taurus im Spiel sind. Beim Etikett und Logo kann man m.E. noch nacharbeiten. Beim Bier ist man schon sehr gut unterwegs.

Der Geschmack ist in jeder Hinsicht fruchtig und herb. Eben Hopfenbetont. Einerseits relativ bitter, andererseits macht sich eine Süße und Fruchtigkeit von Mandarine, Holunder und Zitronengras breit. Laut Barth Haas  (http://www.barthhaasgroup.com/johbarth/images/pdfs/hop-varieties/de/Sortenblatt_Deutsch_USA_Comet.pdf) ist der Comet eine Art Exot: Die Hopfensorte Comet wurde als Hochalphasorte für die Gegenden Washington und Idaho gezüchtet und wurde 1961 freigegeben. 1980 wurde die Anbaufläche auf 260 Hektar erhöht (ca. 1% der US-Anbaufläche), 1981 aber schon wieder eingestellt, weil die Super-Hochalphasorten entwickelt wurden. Heute wird dieser Hopfen, der durch extrem große Dolden und einen Geruch nach Holunderblüten auffällt, nur mehr bei einem Hopfenbauern in der Hallertau angebaut

 

Mit 55 IBU und 6,8 % Vol. haut das Bier auch ordentlich aber nicht zu kräftig rein. Aber trotz der drei Hopfensorten wird mir der fruchtige Geschmack auf Dauer etwas zu präsent. Auf der Zunge ein relativ softes Bier mit wenig Kohlensäure – so wie es m.E. bei einem IPA auch sein darf / soll. Der Nachgeschmack ist bittersüß und lange präsent.

Prädikat: Gutes IPA mit exotischem Hopfen

Tastinge: Weyermann Braumanufaktur India Pale Ale

Weil ich grad in Bamberg war – unter anderem um Malz zu kaufen – gleich noch ein Tasting von einem Bier das es im Weyermann Fanshop zu kaufen gibt: Das India Pale Ale. Was die Jungs und Mädels da in Bamberg herstellen ist definitiv eine positive Erwähnung wert. Das nur mal so vorab.

Alle Biere aus der Versuchsbrauerei kommen in einer ungewöhnlichen 0,5 l Bügelverschlussflasche daher, für die jeweils unfassbare 2,50 Euro Pfand erhoben werden. Nun ja. Dafür gibt es zu jedem Bier das Rezept zum Nachbrauen dazu. Sehr löblich. Mehr Transparenz geht nicht.

Der Flascheninhalt ist einfahch nur KLASSE. Ein würziges und dezent fruchtiges IPA. Mit orange-bernsteinfarbener Optik. Leicht trüb und mit toller weisser Schaumkrone. Ach könnte doch nur jedes IPA so sein. Der Hopfen steht ganz klar mit einer Bitternote im Vordergrund. Trotzdem ist das Bier einfach nur gut und lecker. Ich will mehr davon.

Prädikat: Bamberg is the worlds beer capital because….

Tasting: Schönramer Bavarias Best India Pale Ale

Beim rührigen Getränke Liebick in Germering “entdeckt”: das IPA von Schönramer.

Leider findet man im Web noch nicht viel zum Bier. Die auf dem Etikett abgedruckte Adresse http://www.bavarias-best.de ist noch im “entstehen”. Naja.

Das Bier selbst kommt in einer feinen aber m.E. viel zu bieder gestalteten 0,33 L Flasche daher. Craft-Biere müssen ja nicht immer wie ein US- IPA – Rockstar daherkommen. Aber so lahm ist dann doch zu brav und langweilig.  (Es gibt übrigens wohl auch eine 0,75 l Flasche mit Naturkorken).

Optik ist okay: bernsteinfarben, leicht trüb, weißer stabiler Schaum.

Geschmack: Natürlich sehr viel Hopfenbittere. Und exotische Früchte / Zitrusfruchtaromen. Carbonisation: Für meinen Geschmack etwas zuviel Kohlensäure und Bizzelgefühl.

Gesamturteil: ein nettes IPA aber es gibt bessere German IPAs. Schade. Denn von Schönramer hatte ich einfach mehr erwartet.

Prädikat: Nett hier … aber waren sie schon mal in Baden-Württemberg ?