Presseschau: Süddeutsche Zeitung und AZ München über die Braukunst Live 2014

Beide Zeitungen berichten heute recht ausführlich (im München-Teil) über die gestern zu Ende gegangene BKL 2014. Bemerkenswerter Satz: “Für die bekannten Marken interessiert sich hier kaum jemand.” Eine Beobachtung die ich – zumindest teilwese – teilen kann. Zum Beispiel: Auerbräu oder Bierzwerg   –   Da war doch vergleichsweise wenig los am Stand.

Hier der Artikel aus der AZ: 

2014-02-24 13.39.20 2014-02-24 13.39.36 2014-02-24 13.39.49 2014-02-24 13.39.56 2014-02-24 13.40.23 2014-02-24 13.40.11 2014-02-24 13.40.05Und hier das Wesentliche aus der Süddeutschen Zeitung:

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Diese Woche in der Süddeutschen Zeitung: Die Beilage zur Braukunst Live 2014

2014-01-31 09.47.36Korrekt muss es allerdings lauten: Die 24-seitige Beilage zur Braukunst Live und zur Finest Spirits 2014. Denn eine Woche vor dem “Festival der feinen Biere” findet vom gleichen Veranstalter am gleichen Ort (MVG Museum, Ständlerstr. 20, München) die schon länger etablierte Messe rund um Whisk(e)y und Spirituosen statt. Ob die Beilage der SZ-Gesamtausgabe beilag oder nur in der Auflage für die Region München, kann ich leider nicht sagen.

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Laut Ausstellerliste (siehe Bild) sind die Premium-Partner auch heuer wieder das Staatl. Hofbräuhaus aus München, Schneider Weisse, Braufaktum, Pilsner Urquell und Joh. Barth & Söhne.

Neben vielen bzw. mehr intern. Ausstellern (Brewdog, Brewers Assoc. USA, Sierra Nevada, St. Austell UK, Privatbrauerei Trumer, …) sind natürlich sehr viele Brauereien aus Bayern am Start. Darunter auch einige Neu-Aussteller wie z.B. die Mittenwalder Privatbrauerei. Und selbstverständlich sind auch wieder viele deutsche Craftbier-Hersteller dabei wie z.B. Ale-Mania (ehem. Fritzale), BrauKunstKeller, Hopfenstopfer, Schoppe-Bräu, Pax-Bräu und die Maxbrauerei.

Bemerkenswert ist das dieses Jahr offenbar Crew-Ale / Crew-Republic – zumal so eine Art “Local Player” aus München – nicht als Aussteller dabei ist. Schon zu groß geworden für das Festival oder ist ihnen das Ausstellungspaket zu teuer?

Interessant finde ich ansonsten noch: Veranstalter Frank Böer wird beim Vorwort zur “Finest Spirits” auf einem Foto mit Smoking gezeigt. Beim Vorwort zur Braukunst Live in der gleichen Beilage nur 10 Seiten weiter hinten zeigt er sich auf dem Bild im leger offenen karierten Hemd. Soweit zum Unterschied zwischen “Feinen Spirituosen” und “Biergenuss”.   🙂

Auf jeden Fall kommt beim Lesen der Beilage schon mal Vorfreude auf die Braukunst Live 2014 auf.

Doppel-Tasting: Mandarina Bavaria Bier (Craftwerk vs. Hallodri)

Hallodri links im Bild, Tangerine Dream rechts zu sehen

Hallodri links im Bild, Tangerine Dream rechts zu sehen

Das Tangerine Dream IPA der neuen Craftwerk-Biermarke hat mich auf die Idee gebracht: Da steht doch noch eine Flasche “Eiskalt gehopfter Hallodri” von Hofbräu München im Keller. Die könnte man doch mal mit der Neu-Kreation von Bitburger vergleichen. Beide Biere sind mit 5,8 bzw. 6,0 % Alc nicht zu stark und beide sind mit Mandarina Bavaria Hopfen gebraut. Gleiche Startvoraussetzungen also. Allerdings ist das Hofbräu-Bier geschätzte 6 Monate älter (gekauft auf der Braukunst Live Anfang März 2013). Ich ging im Vorfeld davon aus, daß die Hopfenaromen beim Hofbräu-Bier nicht mehr so präsent und frisch sind wie beim noch jungen Bitburger-Craftbier-Wurf. Nachdem mich bisher nur wenige Biere mit dem noch recht neuen Mandarina Bavaria Hopfen überzeugt haben, fand ich es – trotz des Altersunterschieds – ein gute Idee die beiden Biere direkt miteinander zu vergleichen. Nachdem es zum Hallodri wenig Infos gibt, bin ich mir übrigens nicht sicher ob es sich hierbei um ein Mandarina Bavaria Single Hop Bier handelt. Beim Craftwerk Bier ist die Aussage dazu eindeutig.

Ein interessanter Unterschied – auf dem Papier – ist das Mindesthaltbarkeitsdatum: Während der Hallodri nur bis zum 12. Juni 2013 haltbar war (vermutlich also nur 6 Monate) ist das Tangerine Dream bis zum 28. Juni 2015 haltbar. Also zwei Jahre ! Überraschend lang für ein Bier mit 5,8 % Alc.

Mehr zum Craftwerk-Bier findet man hier: https://www.craftwerk.de/Biere/CRAFTWERK-TANGERINE-DREAM.html    

Zum Hallodri findet sich sehr wenig / fast nichts im Web. Auf der Brauereiseite wird es nur hier erwähnt: http://www.hofbraeu-muenchen.de/aktuelles/2013-02-braukunst-live/

Vorweg: In beiden Fällen handelt es sich um ein gutes und sortentypisches IPA. (Auch wenn Hofbräu den Hallodri wohl gar nicht offiziell als IPA bezeichnet).

Optik: Das TD hat cremigen, kompakten, etwas dunkleren Schaum, der Schaum haftet feinporig am Glasrand, das Bier ist hefetrüb und die Farbe würde ich als amber-orange bezeichnen. Das Hallodri hat im direkten Vergleich den grobporigeren helleren (weißeren) Schaum, der Schaum haftet ebenfalls sehr schön am Glasrand, auch der Hallodri ist hefetrüb und hat die etwas hellere Farbe (helleres Orange mit weniger Bernstein-Tönen). 

Aroma: Im direkten Vergleich irritiert das Craftwerk-Bier mit deutlich wahrnehmbaren (Berg-)Käsearomen. (Ein Hefeproblem?). Daneben haben beide Biere deutliche Zitrus-/ exotische Früchte-Aromen. Ich persönlich tue mich aber schwer dort explizit Mandarine zu erkennen. Trotz des höheren Alters ist das Zitrusfruchtaroma beim Hallodri dominanter. .

Im Antrunk präsentieren sich beide Biere frisch, hopfig-herb und einem mehr oder weniger raffinierten Zitrusgeschmack. Während der Hallodri auch hier wieder fruchtiger wirkt, ist das Tangerine Dream deutlich bitterer / herber. Letzteres führt für mich zu einem weniger harmonischen und kantigeren Eindruck. Dieser Eindruck könnte aber durch die Frische des Bieres verursacht sein. Und womöglich schmeckt es nach 6 Monaten in der Flasche deutlich runder und harmonischer. (Wie schon geschrieben: Nicht alle Startvoraussetzungen beim Doppeltasting waren gleich).

Beide Biere sind im Nachtrunk nicht nur fruchtig sondern auch würzig-pfeffrig. Letzteres trifft besonders auf den Hallodri zu, während das Craftwerk-Bier zusätzlich bitter und malzig schmeckt. Hinzu kommen beim Tangerine Dream noch grasige-krautige Noten.

Prädikat: Knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Aber mein Killermandarinen-Award geht nach München für die etwas bessere Mandarina Bavaria Kreation. 

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. (Søren Aabye Kierkegaard)

Mein Rückblick auf das Braukunst live Festival 2013

Insgesamt eine tolle Veranstaltung mit hohem Niveau. Sehr gute Aussteller und auch die Masterclasses die ich mir angeschaut habe, waren top. (Da wäre im nächsten Jahr aber ein größeres Platzangebot wünschenswert. Denn sehr viele Masterclasses waren voll / ausverkauft.)

Erschreckend unprofessionell fand ich die einige Moderationen auf der Bühne / der sog. Open Stage. Das wirkte z.T. schlecht vorbereitet und einige Moderatoren hörten am liebsten sich selbst sprechen. Das ist aber nicht Sinn und Zweck der „Übung“.

Während es am Freitag noch ganz entspannt zuging, stieß das Festival am Samstag offensichtlich an seine logistischen Grenzen – um es mal vorsichtig zu formulieren. Rund 15 min anstehen vor der Toilette ist eigentlich nicht zu akzeptieren. Und saubere Gläser gab es über Stunden nicht oder nur sehr punktuell. Nach dem 4ten Bier aus einem dann schon angebazten Glas hört bei 20 € Eintritt (plus Kosten für die Verkostung einzelnen Biere) der Spaß auf. Und auch wenn es erst das zweite Festival war und die Erfahrungswerte vielleicht dünn sind: Mit Vorabanalysen von Anfragen auf der Website, bei Google, etc  kann ein Veranstalter zumindest teilw. den zu erwartenden Andrang antizipieren. So wirkte das Ganze dann doch leicht überfordert.

Der Festival-Shop kann m.E. nächstes Jahr auch noch besser werden. Neben relativ stolzen Preisen fand ich auch die Auswahl recht schwach.

Last but not least: Die Liste der Aussteller auf der Website passte nicht 100% zu dem was man in der Halle vorgefunden hat. Einige der genannten Marken waren nicht zu finden oder sie waren nur „versteckte Gäste“ bei einem Händler oder Partner. Da finde ich kann bzw. muss die Kommunikation im nächsten Jahr transparenter werden. Sprich: Wer ist tatsächlich vor Ort als Aussteller vertreten und wer stellt nur „irgendwo“ ein paar Flaschen Bier unter.

Meine ganz subjektiven „Gewinner“ der Veranstaltung

  • Camba Bavaria mit bekannt starkem Portfolio. Und immer mit viel Andrang am Stand. Die Jungs machen offenbar sehr viel richtig kann ich nur sagen.
  • Hofbräuhaus München: Mit dem „Eiskalt gehopften Hallodri“ haben sie ein speziell für das Festival gebrautes Bier vorgestellt das mich positiv überrascht hat. Gleiches gilt auch für Schneider Weisse mit dem Tap X Sommerbier. Beide haben  m.E. viel aus der Premium-Partnerschaft mit dem Veranstalter gemacht.
  • Generell die kleineren / neuen Craft-Brauer wie Hopfenstopfer, Schoppbräu, FritzAle, Braukunstkeller, usw.   Die standen toll im Mittelpunkt des Interesses / der Aufmerksamkeit.
  • Die TU München / Weihenstephan die einige tolle Biere aus einem Studentenwettbewerb am Start hatten.
  • Die BarthHaas Group mit einem sehr professionellen Stand und liebenswerter kompetenter Beratung. Auch wenn die Besucher des Festivals ja in der Mehrzahl keine direkten potenziellen Kunden sind oder werden.

Meine völlig subjektiven „Verlierer“ des Festivals:

  • Alle größeren / etablierten Brauereien die auf dem Event nur mit ihrem Standardportfolio vertreten waren und keine „Spezialeditionen“ am Start hatten. An deren Ständen haben sich am Samstag dann schon Spinnweben gefunden weil so garnix los war. Beispiele dafür: König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg, Kloster Andechs, Ayinger Privatbrauerei, Unertl Mühldorf und leider auch Lammsbräu Neumarkt. Die Produkte finde ich in Bayern in jedem besseren Supermarkt. Und wenn es dann nichts Neues oder Spezielles gibt, dann macht man m.E. zu wenig aus dem Festivalauftritt.
  • Löschzwerg mit großem Stand und wenig Interesse.
  • Braufactum mit einem tollen Stand. Aber insbesondere bei den Diskussionen auf der Open Stage wurde immer wieder dezent hinterfragt ob das nicht nur eine Marketing-Nummer von einer Großbrauerei ist….   Die Antworten fand ich nicht überzeugend.
  • Der Gin-Hersteller und die Whiskey-Academy wirkten etwas deplatziert auf dem Event.
  • Auch bei den Verlierern vertreten: Die TU München / Weihenstephan die es nicht „geschafft“ hat die in Deutschland bisher nicht verfügbaren Biere ihrer Forschungsbrauerei (White Hoplosion, Pale Ale und Fresh Hops Finest) auszuschenken.

Aber auch wenn ich jetzt ein paar kritischen Punkte angesprochen habe: Es war eine Top-Veranstaltung und ich freue mich jetzt schon auf die BKL 2014. Dürften “nur” noch knapp 360 Tage Wartezeit sein.