Impressionen vom Tag 1 – Braukunst Live Festival 2014 München

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So richtig voll war es schon am ersten Tag. Zumindest gefühlt war am Freitag deutlich mehr los als am Freitag bei der BKL 2013.

Das könnte am Samstag logistisch noch spannend werden. Und “kuschelig”.  Zumindest wenn der Anstieg bei den Besuchern so verläuft wie im letzten Jahr. Aber vielleicht haben ja einige Besucher umdisponiert und sind vom Samstag auf den Freitag ausgewichen.

Interessante Biere die ich probiert habe und von denen ich denke es lohnt sich sie zu probieren: 

Weihenstephan / TUM   Leichte Comet Weisse (Sieger beim Innovationswettbewerb)

Weihenstephan Forschungsbrauerei: Galaxy Bernstein Weisse

Wie schon letztes Jahr: Das Pilsner Urquell naturtrüb vom Fass

Brunehaut Bio Triple Glutenfree   (kaum zu glauben das es Gluten-Frei ist)

Neumarkter Lammsbräu 1628 Weizenbock

Hofbräu München – der “Zweifach gehopfte Hallodri”

Und natürlich gibt es heute und morgen noch sehr viel mehr Biere zu entdecken. Also auf zur BKL 2014 !

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Tasting: Münchner Revoluzzer – Braumeister Edition No.01 von Paulaner

Nach der Braukatz No.01 gestern heute ein weiteres Bier mit der No.01 im Namen. Ein Helles von Paulaner das so ein bisschen auf Craftbier macht. Ob so ein Bier dann schon das Ende der Aktivitäten der “Brauerei im Eiswerk” einläutet muss sich aber wohl noch zeigen. (https://bierausbayern.wordpress.com/2013/02/13/tasting-eiswerk-1881/ )

Zumindest das Rücken-Etikett ist sehr ausführlich: 2013-11-09 16.13.15

Da wird jeder Hopfen (Hallertauer Tradition, Saazer) aufgelistet, da wird jede Malzsorte (Pilsner und Münchner Malz) angegeben. Sogar die Bittereinheiten (23) sind angegeben. Weiter so!

Das schreibt die Brauerei auf der Website bzw. der Flasche selbst über ihr neues Bier:

Einmalig gebraut und streng limitiert, ist der Münchner Revoluzzer eine Hommage des Paulaner Braumeisters Hendrik Seifer an das Hellbier. Das untergärige Spezialbier besticht durch seine Bernsteinfarbe und eine leichte Hefetrübung. Die Kalthopfung mit dem Ur-Edelhopfen Saazer sorgt für eine erfrischende Hopfenblume. Ein malzbetonter Antrunk, ein cremig-samtiges Mundgefühl und eine abgerundete Bittere zeichnen den Münchner Revoluzzer aus.

Was fehlt noch an techn. Daten? Es kommt in der 0,5 l NRW Flasche daher und hat 12,5% Stammwürze und 5,5 vol. alc.

Die Meinungen über das Bier sind z.T. recht positiv: http://www.ratebeer.com/beer/paulaner-braumeister-edition-no-1/234377/ und zum Teil eher gemischt: http://hobbybrauer.de/modules.php?name=eBoard&file=viewthread&tid=20744&page=1

Im Glas zeigt sich das Bier mit orange-bernsteinfarbener Optik, es ist leicht trüb / opalisierend, hat eine wenig stabile weiße Schaumkrone die so gut wie gar nicht am Glas haftet. Die Rezenz ist angenehm-frisch. Das Aroma ist nicht so wie man es normalerweise von einem gestopften Bier erwarten würde: Ganz dezente Hopfennoten (Citrus, Heu, Gras) und ansonsten rein und leicht süßlich. Auch das Malz kommt wenig in der Nase zur Geltung.

Antrunk: schlank, abgerundet, frisch, recht weich

Nachtrunk: ausgewogen, harmonisch, feinbitter, hopfig.

Ein Zitat aus dem hobbybrauer-Forum das ich ganz passend finde:

Also es ist weit weg von einem IPA, es ist auch weg vom Hofbräuhaus UG Hallodri. Was es aber ist, es ist ein herrliches herbes Bier. Obwohl es seine Münchner Herkunft von der Malzigkeit nicht verheimlichen kann, würde ich sagen ein gutes Pils- oder nein, ein helles Münchner Pils- Helles.

Mein Prädikat: Viel Lärm um … wenig. Gutes und v.a. wohl auf Massenkompatibilität getrimmtes Bier mit frischer Hopfennote. Ideales Sommerbier das man einfach so wegzischen kann. Wer aber nach der vollmundigen Revoluzzer-Ankündigung mehr / viel erwartet hat, der wird enttäuscht werden. Für den Preis von knapp 6 Euro für ein Sixpack aber ganz OK.

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Doppel-Tasting: Mandarina Bavaria Bier (Craftwerk vs. Hallodri)

Hallodri links im Bild, Tangerine Dream rechts zu sehen

Hallodri links im Bild, Tangerine Dream rechts zu sehen

Das Tangerine Dream IPA der neuen Craftwerk-Biermarke hat mich auf die Idee gebracht: Da steht doch noch eine Flasche “Eiskalt gehopfter Hallodri” von Hofbräu München im Keller. Die könnte man doch mal mit der Neu-Kreation von Bitburger vergleichen. Beide Biere sind mit 5,8 bzw. 6,0 % Alc nicht zu stark und beide sind mit Mandarina Bavaria Hopfen gebraut. Gleiche Startvoraussetzungen also. Allerdings ist das Hofbräu-Bier geschätzte 6 Monate älter (gekauft auf der Braukunst Live Anfang März 2013). Ich ging im Vorfeld davon aus, daß die Hopfenaromen beim Hofbräu-Bier nicht mehr so präsent und frisch sind wie beim noch jungen Bitburger-Craftbier-Wurf. Nachdem mich bisher nur wenige Biere mit dem noch recht neuen Mandarina Bavaria Hopfen überzeugt haben, fand ich es – trotz des Altersunterschieds – ein gute Idee die beiden Biere direkt miteinander zu vergleichen. Nachdem es zum Hallodri wenig Infos gibt, bin ich mir übrigens nicht sicher ob es sich hierbei um ein Mandarina Bavaria Single Hop Bier handelt. Beim Craftwerk Bier ist die Aussage dazu eindeutig.

Ein interessanter Unterschied – auf dem Papier – ist das Mindesthaltbarkeitsdatum: Während der Hallodri nur bis zum 12. Juni 2013 haltbar war (vermutlich also nur 6 Monate) ist das Tangerine Dream bis zum 28. Juni 2015 haltbar. Also zwei Jahre ! Überraschend lang für ein Bier mit 5,8 % Alc.

Mehr zum Craftwerk-Bier findet man hier: https://www.craftwerk.de/Biere/CRAFTWERK-TANGERINE-DREAM.html    

Zum Hallodri findet sich sehr wenig / fast nichts im Web. Auf der Brauereiseite wird es nur hier erwähnt: http://www.hofbraeu-muenchen.de/aktuelles/2013-02-braukunst-live/

Vorweg: In beiden Fällen handelt es sich um ein gutes und sortentypisches IPA. (Auch wenn Hofbräu den Hallodri wohl gar nicht offiziell als IPA bezeichnet).

Optik: Das TD hat cremigen, kompakten, etwas dunkleren Schaum, der Schaum haftet feinporig am Glasrand, das Bier ist hefetrüb und die Farbe würde ich als amber-orange bezeichnen. Das Hallodri hat im direkten Vergleich den grobporigeren helleren (weißeren) Schaum, der Schaum haftet ebenfalls sehr schön am Glasrand, auch der Hallodri ist hefetrüb und hat die etwas hellere Farbe (helleres Orange mit weniger Bernstein-Tönen). 

Aroma: Im direkten Vergleich irritiert das Craftwerk-Bier mit deutlich wahrnehmbaren (Berg-)Käsearomen. (Ein Hefeproblem?). Daneben haben beide Biere deutliche Zitrus-/ exotische Früchte-Aromen. Ich persönlich tue mich aber schwer dort explizit Mandarine zu erkennen. Trotz des höheren Alters ist das Zitrusfruchtaroma beim Hallodri dominanter. .

Im Antrunk präsentieren sich beide Biere frisch, hopfig-herb und einem mehr oder weniger raffinierten Zitrusgeschmack. Während der Hallodri auch hier wieder fruchtiger wirkt, ist das Tangerine Dream deutlich bitterer / herber. Letzteres führt für mich zu einem weniger harmonischen und kantigeren Eindruck. Dieser Eindruck könnte aber durch die Frische des Bieres verursacht sein. Und womöglich schmeckt es nach 6 Monaten in der Flasche deutlich runder und harmonischer. (Wie schon geschrieben: Nicht alle Startvoraussetzungen beim Doppeltasting waren gleich).

Beide Biere sind im Nachtrunk nicht nur fruchtig sondern auch würzig-pfeffrig. Letzteres trifft besonders auf den Hallodri zu, während das Craftwerk-Bier zusätzlich bitter und malzig schmeckt. Hinzu kommen beim Tangerine Dream noch grasige-krautige Noten.

Prädikat: Knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Aber mein Killermandarinen-Award geht nach München für die etwas bessere Mandarina Bavaria Kreation. 

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. (Søren Aabye Kierkegaard)