Heute ein König – ne … heute eine Aromabombe !

Die Microbirrificio White Pony aus Piove di Sacco in der Provinz Padua lässt – klugerweise ? – viele ihrer Biere in Belgien bei der Brauerei ‘t Gaverhopke brauen.

Ob das immer klug ist weiß ich nicht. Aber das Bier mit dem schönen Namen “The Oracle” – ein Quadrupel bzw. Barley Wine ist auf jeden Fall die lange Reise wert. Das Bier ist – im positiven Sinn – ein Anschlag auf die Geschmacksknospen.

Dunkelbraun bis kastanienbraun schimmert es im Glas. Ein lange haltbarer brauner & cremiger Schaum krönt das Bier.

In der Nase sind caramellig-süße und leicht würzige Noten sofort präsent. Etwas Schokolade und einige Röstaromen kommen hinzug. Bitterkeit ist nur im Hintergrund spürbar.

Schlanke 10,7 % Alkohol hat das Bier. Eine dunkle Versuchung vor dem Herrn sozusagen. Mit etwas (reifem) Käse eine Kombination die nicht von “dieser Welt” zu sein scheint.

Wenig Kohlensäure stört diesen Bier-Gottesdienst – man möge mir diesen Vergleich nachsehen. Vollmundig und mega-aromatisch ist dieser Sud. Nur die – durch Invert-Zucker-Sirup gepimpte – (Rest-) Süße nervt irgendwann a bisserl.

Mein Prädikat: Wer “The Oracle” getrunken hat schüttet in Zukunft (nahezu) jeden Doppelbock in den Ausguss. SO geht Starkbier. Amen.

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Tasting: Paulaner Salvator

Paulaner SalvatorDas Starkbier. Mehr braucht man eigentlich nicht dazu zu schreiben.

Das sagt die Brauerei (http://www.paulaner-brauerei.de) selbst über ihr Bier:

Der Paulaner Salvator mit dem kräftigen, typisch malzigen Geschmack ist sozusagen das Ur-Paulaner. Das untergärige Doppelbock-Bier vereint feinsten Hopfen und dunkles Gerstenmalz. Den Paulaner Mönchen diente der Salvator in der Fastenzeit als Nahrungsersatz. Berühmtester Braumeister war Frater Barnabas, der ab 1773 die Paulaner Klosterbrauerei leitete. Seine ursprüngliche Rezeptur ist bis heute so gut wie nicht verändert worden. Um das Original zu schützen, ließ Paulaner 1896 die Warenbezeichnung „Salvator” beim Patentamt eintragen.

Salvator stammt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet “der Retter, Erlöser”. Das passt ganz gut zu diesem Doppelbock mit 7,9% vol. alc. Der Genuss des Bieres erlöst einen nämlich angeblich auch von jeglichen Alltagssorgen.

Optik: Rotbraune / Kastanienbraune Farbe, brauner, feinporiger / cremiger / sahniger Schaum. Erinnert fast an einen Cappuccino. Der Schaum haftet nicht am Glas und fällt rasch zusammen.

Aroma: Malzaromatisch, süß, Alkohol-haltig, Hopfen: Fehlanzeige.

Rezenz: leicht prickelnd, nicht zu soft und nicht zu perlend. Genau richtig.

Antrunk: Süßlich, würzeartig, malzaromatisch und sortentypisch.

Nachtrunk: Klebrig-süß (“sticky”), malzig, vollmundig / full-bodied, rund und kräftig-betont.

 

Mein Prädikat: Das flüssige und alkoholhaltige Malzbonbon unter den Bieren.