Veranstaltungshinweis: Münchner Bierinseln am 26. Juli 2014

Um das Thema Craftbier / Craftbeer in der bayer. Landeshauptstadt voran zu bringen, findet – Achtung neuer Termin ! – jetzt am 26. Juli 2014 erstmals der Münchner Bierinseln Event statt. Mehr hier:

http://www.bierinseln.de

https://www.facebook.com/muenchnerbierinseln

Für den Bereich Wein / Weinhandel gibt es diesen Event bereits:   http://muenchner-weininseln.de/hintergrund.html   Schön das man das dieses Format jetzt auf den Bereich (Craft-) Bier ausdehnt.

 

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Funktioniert regionales deutsches Craftbier (noch) nicht ?

AU Pale AleSeit ca. Mitte November stand es bei meinem lokalen REWE Supermarkt mit dem Verkaufsdisplay im Getränkebereich. Das Hopfull Pale Ale (eigentlich ein IPA) von der Schlossbrauerei Au/Hallertau. Für 1,99 € war es preislich sicher auch kein Schnäppchen. Im Dezember war noch nicht viel verkauft. (Auch oder trotz des zeitweise direkt daneben platzierten Paulaner Revoluzzers). Und jetzt Anfang Januar ist es sang- und klanglos verschwunden. Auch im “normalen” Biersortiment ist es – im Gegensatz zu einigen Standartsorten von der Brauerei Au – nicht zu finden.

Mehr zum Bier gibt es hier: http://www.usox.org/2013/07/schlossbrauerei-au-hallertau-hopfull-pale-ale/  und hier: http://auerbier.de

Wobei ich subjetiv hinzufügen muss, dass man sehr wenig Werbung und PR für das Bier gemacht hat. Für die ebenfalls in 2013 eingeführte “Willibald’s Schlossweisse” gab es regional zumindest Außenwerbung (Plakate). Für das Hopfull ist mir nichts vergleichbares aufgefallen.

Daher stellt sich die Frage: Woran liegt der samwama schleppende Erfolg?

  • Liegt es an der – in diesem Fall – etwas halbherzigen Vermarktung ?
  • Funktioniert “Craftbier” von regionalen Brauereien (noch) nicht ?
  • Oder funktioniert Craftbier nur mit einem “Rock’n Roll” Brauer bzw Auftritt ?
  • Oder ist – wie von einigen Lesern auf Facebook geäußert – ein Supermarkt (noch) nicht das richtige Umfeld für Craftbier bzw. spezielle neue Biersorten ?

Tasting: Weiherer IPA von der Brauerei Kundmüller

Ein fränkisches IPA aus Viereth-Trunstadt. Kommt in der ganz simplen 0,5 NRW-Flasche mit einem noch simpleren Etikett daher. Ein Craftbier und IPA ganz ohne das Basecap & Rock ‘n Roll Gedöns sozusagen.

Unter http://www.kundmueller.de findet man mehr zur Brauerei.

Zum Bier schreiben die Brauer dort:

Hopfen sorgt nicht nur für die Bittere im Bier, sondern
auch für das Aroma. Und das ist beim
Weiherer India Pale Ale: Fruchtig. Erfrischend. Anders.

NEU: Weiherer IPADas India Pale Ale (IPA) ist ein helles, starkes und obergäriges Bier. Diese Sorte wurde ursprünglich im 19. Jahrhundert in England und Schottland für die indischen Kronkolonien gebraut. Da es die lange Seefahrt überstehen musste, wurde es mit höherem Alkohol- und Hopfengehalt eingebraut, weil dies das Bier haltbarer machte. Normales Bier wäre auf den Schiffen mangels Kühlräumen verdorben.

Heute wird dieser Biertyp nicht aus Haltbarkeitsgründen, sondern als Spezialitätenbier gebraut. So wie auch bei der Brauerei Kundmüller, die ihr Weiherer IPA am Anfang ihrer neuen Sondersud-Reihe stehen lässt.

Das Weiherer IPA: Ein Bier für alle, die sich Bilder gern auf der Zunge zergehen lassen. Anwendungshinweis: Bitte im Pokal oder Weinglas servieren UND erst riechen und dann genießen!

Bitte beachten:
Das Weiherer IPA ist auf 200 Kästen limitiert!
Erhältlich nur im hauseigenen Getränkemarkt in Weiher.

Naja ich habe meine Flaschen bei Getränke Liebick in Germering erstanden. Aber ich glaube die haben auch persönlich die Kästen aus Franken rangekarrt.

Bei Ratebeer.com sind die ersten Bewertungen sehr positiv: http://www.ratebeer.com/beer/weiherer-ipa/235952/

Leider erfährt man auf der Website und dem Etikett nichts Aussagekräftiges über die genauen Zutaten, insbesondere über den verwendeten Hopfen. Schade. Dazu gab es jetzt via Facebook ein paar ergänzende Informationen direkt von der Brauerei:

5 Hopfensorten, darunter Cascade, Citra und Spalter Select (der Lieblingshopfen von Braumeister Roland musste natürlich mit rein :-))

Danke für die Ergänzung.

Zumindest der Alkoholgehalt wird verraten (ja … ist so Vorschrift): 6,7%. Ordentlich kräftig also.

Im Glas ist das Bier von dunkelgoldener, fast schon orangener Farbe, leicht trüb / opal, der Schaum ist hellbeige, feinporig und einigermaßen haltbar. Etwas Schaumrest haftet am Glas.

Aroma: Etwas Karamell und Getreide, sehr viel hopfige Frucht: Citrus, etwas Fichte, Stachelbeere (?), Orange. Sehr schön komponiert.

Rezenz: Frisch / leicht prickelnd

Antrunk: Fruchtig um nicht zu sagen knackig-fruchtig. schlank, vollmundig, frisch, sortentypisch.

Nachtrunk: Ausgewogen, Fruchtig und doch auch leicht trocken, feinherb-feinbitter, kräftig betont.

Mein Prädikat: Fruchtig-herbe IPA-Bombe aus Franken. Schade das es nur 200 Kisten davon gibt. Hoffentlich nur vorerst!? Ich finde: Deutschland braucht mehr davon.

Tasting: Robustus 6 von der Riegele Braumanufaktur

Das nächste Bier von der Riegele Brauerei aus Augsburg. Heute das Porter mit dem Namen Robustus 6 das mit 5 % vol. alc. an den Start geht. Auch dieses Bier ist in den Braumanufaktur-typischen 0,66 l Flaschen abgefüllt. Das Etikett ist auch hier wieder sehr ausführlich und informativ. Es wurde viel dunkles Malz verwendet…

Hier findet man im Netz noch mehr zum Bier: http://www.riegele-biermanufaktur.de/robustus-6/

Weder bei Ratebeer.com noch bei Bier-Index.de findet man nennenswerte Bewertungen … kein Wunder, denn das Bier ist ja noch recht neu auf dem Markt.

Die Zutaten laut Etikett / Website sind:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Chocolate, Dark Chocolate, Münchner Malz, Weizenmalz, Pale Ale Malz), Weizenmalz, geröstete Gerste, Hopfen (First Gold, Golding), Hefe

 

Optik: Dunkelbraun-schwarze Farbe, trüb oder zumindest undurchsichtig, brauner Schaum der gut am Glas haftet.

Aroma: Kaffee, Röstaromen, Schokolade, geröstetes Getreide, etwas Kräuter-Hopfen, etwas säuerlich.

Rezenz: Soft / Angenehm

Antrunk: Weich, Vollmundig, Rund, Malzaromatisch

Nachtrunk / Abgang: etwas säuerlich, wieder sehr Malzaromatisch, Röstaromen, Kaffee, Feinbitter, Kräftig betont, Trocken.

Mein Prädikat: Eigentlich der passende Bierstil zur Advents- und Winterzeit. Aber der sprichwörtliche Funke springt bei mir nicht rüber. Zu trocken, zu säuerlich, zu langweilig.

Lesestoff: “Hopfen, Malz und Schokolade” in der SZ

Im München-Teil der Süddeutschen Zeitung erschien am Samstag (07. Dezember) ein lesenswerter Artikel über die beiden bierigen Neueröffnungen in München: Dem Camba Taphouse und der “Brauerei im Eiswerk”. Und natürlich werden auch die Jungs von der Crew Ale Werkstatt aus der Fraunhoferstraße erwähnt.

SZ Collage Malz_Schokolade

Schönes Zitat zu den Aktivitäten von Paulaner:

Mittlerweile werden diese Gourmetbiere, die in Spezialflaschen gefüllt werden, so sehr nachgefragt, dass die Brauerei im Eiswerk am Donnerstagabend ganz offiziell nebst Verkaufs- und Verkostungsraum eröffnet wurde. Ums Geld verdienen gehe es in diesem Fall aber nicht, ist dort von den Braumeistern zu hören, vielmehr darum, dem Bier wieder zu mehr Ansehen zu verhelfen. Und das hat es, so meint auch Professor Ludwig Narziss, angesichts des seit Jahren rückläufigen Konsums im Land auch bitter nötig.

Bei Paulaner scheint also das Edelbierthema / Großflaschenthema besser zu funktionieren als bei BraufactuM und Riegele…!?

Den kompletten Artikel findet man seit Sonntag auch online: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/trend-zum-craft-bier-hopfen-malz-und-schokolade-1.1838019

Tasting: Simco3 von der Riegele Brauerei in Augsburg

Neu auf dem Markt ist das Simco3 Pale Ale von der Riegele BrauManufaktur. Wobei wohl nur Verpackung und Preis geändert wurden Denn während das stylishe Simco3 für 4 Euro (pro 0,66 l Flasche) verkauft wird (z.B. hier: http://www.bier-deluxe.de/riegele-simco-3-241?c=157 ) gab es / gibt es das scheinbar identische Bier in einer anderen Verpackungseinheit auch für deutlich mehr Euro: http://www.biertraum.de/india-pale-ale-simcoe.html  nämlich für 17,90 Euro pro 0,75 l Flasche. Jetzt also statt 23,80 Euro pro Liter nur noch 6 Euro pro Liter ? DAS nenne ich mal eine Preis-Senkung. Offenbar hat sich nicht nur BraufactuM vom Edelbier in Prosecco-Flaschen verabschiedet, sondern auch Riegele nimmt einen neuen Craft-Bier-ähnlichen Anlauf mit niedrigeren Preisen !?

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Vorbildlich ist m.E. nicht nur die Gestaltung der neuen Bier-Serie, sondern auch die Transparenz bei den Zutaten. Penibel werden die Malzsorten (Gerstenmalz (Pilsner, Münchner,…) und Weizenmalz) und die Hopfensorten (Perle, Opal und Simcoe) aufgelistet. Mehr zum Bier findet man hier: http://www.riegele.de/

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Allerdings schießt man bei der Betextung der Etiketten auch über das Ziel hinaus. Denn vorne wird das Bier “Gebraut in der Riegele Biermanufaktur und empfohlen vom Weltmeister der Biersommeliers Sebastian B. Priller”. Okay das soll wohl wie eine neutrale Empfehlung vom Weltmeister klingen.

Auf dem Rücken-Etikett schreibt dann ein “S. P. Riegele”: “Erleben Sie die Riegele Brauwelt bei einem Besuch in Augsburg. Wir freuen uns auf Sie!”. Ganz so als ob es sich um eine ganz andere Person handelt.

Mmmhhh wie nennt man sowas ? Gespaltene Persönlichkeit oder Kundenveräppelung ? Mir gefällt diese Schummelei jedenfalls nicht.

Ach ja und wo wir bei der Etikettenschelte sind: Der Satz “Das Simco 3 aus der BierManufaktur des Weltmeisters” halte ich persönlich für Abmahngefährdet. Zu einen ist er ja nicht mehr der amtierende Weltmeister (okay das ist vielleicht eine zu vernachlässigende Sünde) und zum anderen klingt das so als ob die Brauerei bzw. der Braumeister so eine Art Brauweltmeister ist. Er ist oder war aber doch “nur” Sommelierweltmeister… und ich fürchte die o.g. Aussage verstehen viele Kunden falsch.

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Zum Bier: Es hat 5,0 % vol. alc. und kommt in ungewöhnlichen und schick gestalteten 0,66 l Flaschen zu ca. 4 Euro auf den Markt. Neben den schon erwähnten ausführlichen Zutatenlisten gibt es auch eine Speise-Begleit-Empfehlung. Sehr gut!

Optik: Im Glas ist das Bier Bernsteinfarben, hefetrüb, beiger feinporiger Schaum der exzellent am Glas haftet.

Rezenz: spritzig-prickelnd

Aroma: Grapefruit, Citrus, grüne Mango, etwas Kräuter, Fichte/Pinie, etwas Getreide

Antrunk: schlank, vollmundig, frisch, sortentypisch, fruchtig

Nachtrunk: trocken, feinherb-bitter, kräftig betont

Mein Prädikat: Tolles American Pale Ale zu einem (jetzt) guten Preis – wenn nur nicht die allzu kreative Vermarktung wäre. Vielleicht etwas zu spritzig geraten.

Tasting: Pax Bräu Admiral Nelson Pilsner

Kommt in der etwas ungewöhnlichen 1,0 Liter-Bügel-Flasche daher. Hat 50 IBU und 4,8 vol. %. Der Name gefällt mir sehr gut, denn neben Motueka-Hopfen und Riwaka-Hopfen wurde Nelson Sauvin-Hopfen aus Neuseeland verwendet. Somit haben wir es mit einem Kiwi-Neuseeland-Bier aus der Rhön zu tun. Not bad. Zumindest aktuell eine Abwechselung zum x-ten IPA aus Bayern 😉

Aktuelles von der Brauerei findet sich üblicherweise v.a. hier: http://de-de.facebook.com/paxbraeu

Das Etikett erinnert mich etwas an das IPA vom Ale-Project in Erding. Und für die sonst sehr schrägen Flaschenetiketten von Pax-Bräu ist das eigentlich zu bieder geraten. Aber auch hier ist der Inhalt besser als das Etikett.

Im Glas zeigt sich das Bier goldfarben, leicht trüb und mit stabilem, feinporigem weißen Schaum der schön am Glasrand haftet.

Das Aroma ist sehr exotisch und ungewöhnlich. Ich würde das mit den Begriffen Stachelbeere, Citrus, etwas Fichte / Tanne / Pinie und Kräuter umschreiben. Also relativ fruchtig.

Antrunk: Hopfig-bitter gepaart mit etwas malziger Süße, leicht säuerlich. Aber nichts von den Fruchtaromen die am Anfang die Nase gereizt haben.

Rezenz: Mittlere angenehme frische Karbonisierung.

Nachtrunk: Leicht herb und Hopfenbitter. Hier wieder mit einer leichten Fruchtigkeit die man vom Beginn kennt.

Prädikat: Rhön-Schaf trifft New Zealand Sheep !? Eine gut gelungene Kombination. Bitte mehr davon. 
Pax Bräu Admiral Nelson Pilsner