Tasting: Prairie Artisan Ales Funky Gold Amarillo – a dry hopped Sour Ale

Ist das Kunst oder kann das weg ?

So muss es wohl einem normalen “ich trinke eigentlich alles” Biertrinker aus München gehen, wenn man ihm dieses Bier an seine Nase halten würde. Denn unter “mir schmecken alle Biere” versteht diese Spezies ja dann konkret: Augustiner Hell UND Tegernseer Hell UND Franziskaner Weissbier. Ähem.

Ich stelle mir dann immer vor wie so ein “Bierexperte” mit einem Sour / Wild Ale umgehen würde. STOP. Zurück zu unserem snobby Craft-Bier Tasting.

Denn dieses Bier riecht doch sehr deutlich nach Weisswein, etwas Essig-haftes und Nadelbaum-artiges kommt durch. Sehr viel Säure ist im Spiel. Ein Bier für Weintrinker und nicht für Biertrinker.

Die Farbe ist blassgelb, gleichmäßig trüb und der Schaum ist mächtig – fast schon gushing-artig und weiß.

Im Antrunk ist das Bier relativ leicht, etwas ölig und die Rezenz mit ziemlich viel Kohlensäure gesegnet.

Der Nachtrunk ist betont säuerlich und trocken mit einem Hauch von Frucht.

Mein Prädikat: Sauer macht lustig – auch wenn das Bier aus Oklahoma kommt. Ideal für den Sommer und nix für Tegernseer-Bier-Connaisseure. Cheers.

Heute ein König – ne … heute eine Aromabombe !

Die Microbirrificio White Pony aus Piove di Sacco in der Provinz Padua lässt – klugerweise ? – viele ihrer Biere in Belgien bei der Brauerei ‘t Gaverhopke brauen.

Ob das immer klug ist weiß ich nicht. Aber das Bier mit dem schönen Namen “The Oracle” – ein Quadrupel bzw. Barley Wine ist auf jeden Fall die lange Reise wert. Das Bier ist – im positiven Sinn – ein Anschlag auf die Geschmacksknospen.

Dunkelbraun bis kastanienbraun schimmert es im Glas. Ein lange haltbarer brauner & cremiger Schaum krönt das Bier.

In der Nase sind caramellig-süße und leicht würzige Noten sofort präsent. Etwas Schokolade und einige Röstaromen kommen hinzug. Bitterkeit ist nur im Hintergrund spürbar.

Schlanke 10,7 % Alkohol hat das Bier. Eine dunkle Versuchung vor dem Herrn sozusagen. Mit etwas (reifem) Käse eine Kombination die nicht von “dieser Welt” zu sein scheint.

Wenig Kohlensäure stört diesen Bier-Gottesdienst – man möge mir diesen Vergleich nachsehen. Vollmundig und mega-aromatisch ist dieser Sud. Nur die – durch Invert-Zucker-Sirup gepimpte – (Rest-) Süße nervt irgendwann a bisserl.

Mein Prädikat: Wer “The Oracle” getrunken hat schüttet in Zukunft (nahezu) jeden Doppelbock in den Ausguss. SO geht Starkbier. Amen.

Tasting: Weil ja grad Karneval / Fasching ist … ein Kölsch im Test.

Und zwar von der Braustelle Köln. Das Helios Kölsch. Helau und Alaaf. Grundsätzlich wohl ein Bier zu dem mir der Zugang etwas fehlt. (==> Warum nur der “Bohei” um dieses simple Bier?)

Gekauft “in der Faschingszeit” bei Getränke-Liebick in Germering (b. München). Das Bier kommt in einer 0,33 l Flasche auf den Markt und hat 4,8 % vol. alc. Bewertungen zum Bier findet man z.B. hier. http://www.ratebeer.com/beer/braustelle-helios/42474/     Mehr zur Brauerei findet man hier: http://www.braustelle.com/brauereibiere.html      2014-02-28 17.49.08

Optik: Goldfarben, leicht opal, grobporiger, weißer Schaum. Schaum haftet gut am Glasrand. 

Aroma: Vor allem sehr viel Getreide. Dann noch etwas “Kräuterhopfen” und einen Hauch teigige Hefe.

Rezenz: frisch / leicht perlend.

Antrunk: leicht, schlank, malzaromatisch, frisch, sortentypisch.

Nachtrunk: rund, trocken, feinherb-feinbitter.

Mein Prädikat: Für mich ein typisches Kölsch. Frisch und süffig. Aber auch etwas eindimensional und ohne einen besonderen “Kick”.

Tasting: green MONKey Polaris von der Klosterbrauerei Weissenohe

Ein ganz neues und ungewöhnliches (Craft-)Bier aus Franken: Ein Pale Ale (?) das mit Polaris-Hopfen gebraut / gewürzt wurde. Nur vier Wochen haltbar – also Craftbeer oder Small batch beer im wahren Wortsinn. 2014-02-27 19.02.57 2014-02-27 19.02.19

Das grüne Etikett zeigt – na klar – einen Mönch mit Stab an dem eine Hopfendolde hängt und einen daran rumturnenden Affen. Ansonsten verrät das Etikett nur den Alkoholgehalt (5,8 % vol.) und die Stammwürze von 13,4 P. Und das es Bioland-Zertifiziert ist. Über den Hopfen wird nur der Name verraten – keine Info über weitere Hopfensorten, Hopfenstopfung, etc. Schade. Die Beschriftung “Drei Hopfen – Ein Bier” spricht aber für einen Sud der mit drei verschiedenen Hopfensorten (Mandarina, Polaris und Hersbrucker) gestopft wurde. Abgefüllt (insb. für die Braukunst Live 2014 !?) wurde das Bier in 0,5 l Bügelverschluss-Flaschen.

Im Glas ist das Bier golden, opal / leicht und gleichmäßig trüb und es hat eine stabile, cremige, weiße Schaumkrone die gut am Glasrand haftet.

Aroma: Jede Menge Citrus, Fichte, Fruchtig, krautiger Hopfen, Gras, etwas Getreide. Nur ein Hauch vom Polaris-typischen “Gletschereisbonbon”-Aroma.

Rezenz: Soft und nur ganz leicht frisch-perlend.

Antrunk: weich, rund, vollmundig, betont frisch, Sortentypisch

Nachtrunk: rund, trocken, feinbitter, kühl

Mein Prädikat: So wie erwartet kommt der Polaris-Hopfen am Anfang nicht “rüber”. Aber später ist das (gute!) Bier frisch und hat einen schönen kühlen Nachklang. Aber so ganz hat mich das “Polaris-Experiment” von und mit dem grünen Mönch noch nicht überzeugt.

Aber es gibt ja auch noch die Hersbrucker- und die Mandarina-Edition von der Klosterbrauerei Weissenohe.

 

Tasting: Kloster-Brauerei Scheyern Klosterbier-Dunkel – wahrlich kein Kuttenbrunzer

Impressionen aus Scheyern

Impressionen aus Scheyern

Drive-Thru-Bier-Rampe

Drive-Thru-Bier-Rampe

Einen der „falschen Klosterbrüder“ aus dem Hause Scheyern hatte ich mir ja schon vor einiger Zeit mal zur Brust genommen: https://bierausbayern.wordpress.com/2013/03/31/tasting-kloster-scheyern-kloster-weisse-hell/

Und seinerzeit hatte ich bereits darauf hingewiesen, daß es schon noch den „echten Stoff aus Scheyern“ gibt. Aber offenbar gibt es den nur direkt von der Klosterbrauerei zu kaufen. Dafür haben die Jungs von der Brauerei sogar das Konzept eines samwama Bier-Drive-Thru-Schalters eingeführt. Einfach an der Rampe (siehe Bilder) vorfahren, Bier reichen lassen, bezahlen und einladen. Und in zwei  Minuten hat man den Biereinkauf hinter sich. Einen Besuch sind Kloster, Brauerei, Klostermetzgerei sowie Bräustüberl samt Biergarten auf jeden Fall wert – egal ob mit oder ohne Rampen-Abstecher.

Zur Flaschen-Optik: Das Etikett schwankt zwischen simpel und sehr bieder. Über Zutaten und Rezeptur erfährt man wenig / nichts. Zumindest über den – lobenswerten – Status eines Solarbieres wird man recht ausführlich auf dem Rückenetikett informiert.

Mehr zum Kloster findet man hier: www.kloster-scheyern.de   Mehr zur Brauerei und den Bieren findet man hier: http://www.klosterbrauerei-scheyern.de/  (Bitte nicht verwechseln mit dem weit verbreitetenLizenzbier das bei Tucher in Fürth hergestellt wird: http://www.klosterbrauereischeyern.de/)

Das Bier präsentiert sich von rotbrauner Farbe, es ist klar, der Schaum ist von schmutzig-weißer Farbe und sehr feinporig. Zudem haftet der Schaum wunderbar am Glas. Das Aroma pendelt irgendwo zwischen malzig-brotig-süß und neutral.

Der Antrunk: Vollmundig und malzaromatisch ist das Kloster-Dunkel. Ein Hauch von Hopfen ist auch wahrnehmbar, aber das Bier ist – wie man es bei einem Kloster-Dunkel auch erwartet – vor allem süffig und nahrhaft und mit angenehmer Rezenz. Allerdings bewegt man sich mit 12,6 P Stammwürze und 5,5 % Vol. Alc. eh noch im Rahmen eines normalen Dunkel. Eine Art oberbayr. Trappistenbier ist das hier (noch) nicht.

Der Nachtrunk ist vollmundig, abgerundet, mild und harmonisch. Von Hopfen und Bitternoten keine Spur.

Prädikat: Kein Kuttenbrunzer (http://regiowiki.pnp.de/index.php/Kuttenbrunzer) sondern ein sauberes, ehrliches, süffiges Klosterbier wie aus dem Bilderbuch.

Vermutlich DER Hidden Champion unter den Bieren aus Bayern – Tasting: Wolnzacher Bürgerbräu Hell Naturtrüb

Auf Platz 1 weltweit in der Kategorie Dortmunder / Helles: Wolnzacher Bürgerbräu Naturtrüb (Hell)

Auf Platz 1 weltweit in der Kategorie Dortmunder / Helles: Wolnzacher Bürgerbräu Naturtrüb (Hell)

Dieses Bier ist in Deutschland / Bayern relativ unbekannt. Was auch an der Größe der Brauerei und an der regionalen Distribution liegt. Und auch wenn es außer Frage steht, daß die recht junge Bürgerbräu Wolnzach AG gute Biere herstellt, so überrascht es dann doch das man mit einem naturtrüben Hellen aktuell die Nr. 1 weltweit ist. Erst weiter hinten in der aktuellen Rangliste von Ratebeer.com folgen so klangvolle bayerische Namen wie Weltenburger, Ayinger und äh Hacker-Pschorr (und die hiesigen “Kult-Hellen” wie Augustiner und Tegernseer schaffen es nicht mal in die Top 50 …). Wer mehr über die Brauerei (der Besitz liegt überwiegend in der Hand von Wolnzacher Bürgern!) und ihre Geschichte erfahren möchte: http://www.buergerbraeu-wolnzach.de/index.html

Update: Das Bier wurde inzwischen (Jan 2014) bei ratebeer.com in die Kategorie “Kellerbier/Zwickel/Landbier” verschoben. Aber auch dort ist es klar die #1 weltweit. 

Schade übrigens das aus den Lorbeeren die man von der Ratebeer-Community bekommen hat so wenig macht. Zumindest hier in Bayern.

Das Etikett auf der Flasche ist sehr simpel und bieder gestaltet. Relativ neu ist das Rückenetikett mit den Zutaten-Angaben in Englisch, Spanisch und Italienisch. Scheinbar haben die Bier-Kenner im Ausland diese Perle schon für sich entdeckt.

Die technischen Daten: 11,9% Stammwürze und damit 4,9% Vol. Alc. Unfiltriert und ausschließlich mit Saphir-Hopfen hergestellt.

Optik: Der Schaum ist stabil, grobporig, von weißer Farbe und haftet am Glas. Die Farbe ist goldgelb und leicht trüb.

Der Geruch ist malzaromatisch mit Anklängen von Hopfen und Kräutern. Der Antrunk ist weich, abgerundet und malzaromatisch. Die Rezenz ist leicht spritzig und angenehm. Der Nachtrunk zeigt sich  rund und feinherb bis feinbitter.

Prädikat: Kein Kultbier…dafür aber sooo gut und unbekannt, dass ich fast schon bereue darüber geschrieben zu haben.

Wolnzacher naturtrüb in der 0,5 l Flasche

Wolnzacher naturtrüb in der 0,5 l Flasche

Tasting: Rye IPA Cascade-Amarillo von der Brouwerij De Molen

De Molen Rye IPA Cascade Amarillo: So schaut die Flasche aus

De Molen Rye IPA Cascade Amarillo: So schaut die Flasche aus

2013-07-03 18.34.18

 

 

 

Kraftbier aus Holland ? Muss das wirklich sein?   Keine Sorge das tut nicht weh, schmeckt besser als jede Hollandtomate und lohnt den Versuch wirklich.

Die technischen Daten: Das Bier hat 6,6 Vol. Alc., Farbe: 30 EBC und einen Bitterwert von 41 IBU. Mehr zur Brauerei und ihren Bieren findet man hier: http://www.brouwerijdemolen.nl/   (allerdings sollte man dann recht gut Holländisch können)

Die Flasche ist etwas lahm und samwama textlastig gestaltet. Aber die Jungs haben laut ratebeer.com über 270 verschiedene Biere am Start (nein nicht alle sind immer verfügbar, manche gibt es nicht mehr, etc.). Da hat man natürlich keine Zeit für jedes Bier ein spezielles Etikett zu entwerfen. Dafür erfährt der Bierkenner mit dem Etikettentext sehr viel über das Bier und die verwendeten Zutaten. Und man verzichtet auf martialische Namen für jede Kreation … hat auch was.

Das Bier im Glas zeigt sich kupferfarben und gleichmäßig trüb. Es hat einen sehr stabilen, feinporigen/cremigen, am Glas haftenden beigen Schaum. 

Der Geruch ist fruchtig, hopfenaromatisch und hat süßliche Anklänge von Malz. Der Antrunk ist vollmundig, frisch, malzaromatisch und v.a. sortentypisch mit einer Dominanz von Citrus, Fichte und Südfrüchten. Eine leichte Schärfe kommt hinzu. Die Rezenz ist angenehm soft und zeigt eine ganz leichte Spritzigkeit. Der Nachtrunk ist rund, trocken, bittersüß und auch hier mit einer leicht pikant-scharfen Note.

 

Prädikat: Bittersüßer Import aus Holland – schärfer als Sylvie van der Vaart. 🙂