Heute ein König – ne … heute eine Aromabombe !

Die Microbirrificio White Pony aus Piove di Sacco in der Provinz Padua lässt – klugerweise ? – viele ihrer Biere in Belgien bei der Brauerei ‘t Gaverhopke brauen.

Ob das immer klug ist weiß ich nicht. Aber das Bier mit dem schönen Namen “The Oracle” – ein Quadrupel bzw. Barley Wine ist auf jeden Fall die lange Reise wert. Das Bier ist – im positiven Sinn – ein Anschlag auf die Geschmacksknospen.

Dunkelbraun bis kastanienbraun schimmert es im Glas. Ein lange haltbarer brauner & cremiger Schaum krönt das Bier.

In der Nase sind caramellig-süße und leicht würzige Noten sofort präsent. Etwas Schokolade und einige Röstaromen kommen hinzug. Bitterkeit ist nur im Hintergrund spürbar.

Schlanke 10,7 % Alkohol hat das Bier. Eine dunkle Versuchung vor dem Herrn sozusagen. Mit etwas (reifem) Käse eine Kombination die nicht von “dieser Welt” zu sein scheint.

Wenig Kohlensäure stört diesen Bier-Gottesdienst – man möge mir diesen Vergleich nachsehen. Vollmundig und mega-aromatisch ist dieser Sud. Nur die – durch Invert-Zucker-Sirup gepimpte – (Rest-) Süße nervt irgendwann a bisserl.

Mein Prädikat: Wer “The Oracle” getrunken hat schüttet in Zukunft (nahezu) jeden Doppelbock in den Ausguss. SO geht Starkbier. Amen.

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Die Zeit berichtet über (Craft-) Bier aus Deutschland und aus der Toskana

http://www.zeit.de/2013/40/aromahopfen-bier

… Der Beer Star ist Europas größte Leistungsschau der Brauereibranche. Sie zeigt, wohin der Trend geht: Die Vielfalt nimmt zu. Kleine Brauereien gestalten eine Diversität, wie es sie nie gab, und nehmen den gefräßigen Brauereikonzernen, die sich in 30 Jahren fast den ganzen Markt unter den Nagel gerissen haben (Anheuser-Busch, SABMiller, Heineken, Carlsberg), nach und nach wieder ein paar Anteile weg. Craft-Biere, sorgfältig “handwerklich” gebraut, finden mehr und mehr Anhänger und heimsen die Lorbeeren bei den Meisterschaften ein. Die Zeit des Einheitsbiers, das überall auf der Welt gleich schmecken muss, ist vorbei.  …

http://www.zeit.de/reisen/2013-08/italien-toskana-bier-brauerei

… Doch ausgerechnet in der Toskana, im Herzen des italienischen Weinbaugebiets, vollzieht sich eine Revolution, und sie hat vor ziemlich genau zehn Jahren im Orzo Bruno begonnen.

Die Idee zu dem Octopus-Bier hatte Granello nicht allein: Die Bar und die dazugehörige Brauerei gehören ihm und vier Freunden. Sie alle lebten in Mailand, drei studierten Lebensmittelwissenschaften, zwei sogar Weinbau. “Aber wir tranken eben gerne Bier”, sagt Granello. Und so gründeten sie erst die Brauerei und dann noch den Ort, um das selbst gemachte Bier zu verkaufen: Das Orzo Bruno. Der Name ist ein Wortspiel: Orzo bedeutet Gerste, ähnelt in der Aussprache aber dem Wort orso, Bär. Deshalb lächelt im Pub das Bild eines gemütlichen Bären von der Wand. Die Gäste, fast alle unter vierzig, trinken hier Bier, das nach Kastanie schmeckt, nach Bergamotte oder eben nach Tintenfisch – was in Wahrheit eher einen Schwarzbrotgeschmack hat. In 1.000 Litern Bier sind gerade mal 40 Gramm Tinte. Nur normales Bier sucht man vergebens.