Tasting: Munich Summer von der Crew Republic / Crew Ale Werkstatt

Ein Blond Ale / Golden Ale gebraut bei der Hohenthanner Schlossbrauerei für die Crew Ale Werkstatt GmbH in München. Also quasi ein niederbayerisches Craftbier.

Kommt in einer schick gestalteten 0,33 l Flasche auf den Markt, hat 4,8 % vol. alc. und einen moderaten Bitterwert von 22 IBU. Im Glas ist das Bier goldfarben, gleichmäßig hefetrüb und hat einen sehr schnell verschwindenden weißen Schaum. Sieht und wirkt fast wie ein (schales) Weissbier.

Bei den Zutaten ist die Crew Republic – wie schon in der Vergangenheit – vorbildlich transparent: Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchner und Karamell), Hopfen (Tradition, Citra, Cascade, Comet, Amarillo) und Hefe. Warum fünf Hopfensorten verwendet werden, wenn man beim Bitterwert eher in der Weizenbier-Region unterwegs ist, erschließt sich mir leider nicht so ganz. Denn im Aroma und Geschmack kommen die C-Hopfen allenfalls entfernt zum Tragen.

Aroma: Würzeartig, Malzaromatisch, etwas Karamell, süßlich

Rezenz: angenehm-soft

Antrunk: leicht und schlank, malzaromatisch, weich, frisch, würzeartig.

Nachtrunk: rund, harmonisch, ausgewogen, malzig.

Mein Prädikat: Betont süffiges, leichtes Sommerbier – wie der Name schon sagt. Leider ohne Ecken und Kanten und ohne Finesse. Schade. Aber für einen lauen Sommerabend am Flaucher sicher genau das richtige Bier.

Tasting: Saisonbier von der Camba Bavaria, Truchtlaching

Irgendwie ist die Camba offenbar meine Haus-und Hofbrauerei. Zumindest wenn man sich die Tasting-Anzahl hier im Blog anschaut. Heute mal ein ungewöhnliches Bier aus Oberbayern. Ein Saisonbier mit interessantem Hintergrund. Gebraut nach dem Siegerrezept der 2013er Camba Homebrewer Competition. Rezept-technisch also ein Import-Heimbrauer-Bier.

Das Bier kommt in der klassischen Camba 0,5 l Bügelverschluss-Flasche auf den Markt und hat beachtliche 7,5 % vol. alc.

Im Glas ist das Bier orange-goldfarben, es hat eine helle, stabile, sahnige Schaumkrone. Der Schaum haftet sehr gut am Glasrand.

Das Aroma ist “Belgien-typisch”: Betont säuerlich (teigig, Bauernhof, Laub) und etwas blumig-zitrusartige Hopfennoten gepaart mit einem Hauch Getreide.

Die Rezenz ist angenehm-soft.

Der Antrunk ist schlank und leicht, frisch und weich, sortentypisch.

Der Nachtrunk ist rund, trocken, betont sauer.

Mein Prädikat: Sicher eher etwas für warme Tage. Aber es schmeckt auch heute schon an einem bayerischen Vorfrühlingstag mit hellblauem Himmel extrem gut. Wer ein typisch “belgisches Saisonbier / Sauerbier” mag, wird es lieben. Für Freunde klassischer Biere aus Bayern vermutlich eher nichts. Lobenswert ist aber die Zusammenarbeit der Camba mit Heimbrauern. Das traut sich wahrlich nicht jede Brauerei.

Tasting: green MONKey Polaris von der Klosterbrauerei Weissenohe

Ein ganz neues und ungewöhnliches (Craft-)Bier aus Franken: Ein Pale Ale (?) das mit Polaris-Hopfen gebraut / gewürzt wurde. Nur vier Wochen haltbar – also Craftbeer oder Small batch beer im wahren Wortsinn. 2014-02-27 19.02.57 2014-02-27 19.02.19

Das grüne Etikett zeigt – na klar – einen Mönch mit Stab an dem eine Hopfendolde hängt und einen daran rumturnenden Affen. Ansonsten verrät das Etikett nur den Alkoholgehalt (5,8 % vol.) und die Stammwürze von 13,4 P. Und das es Bioland-Zertifiziert ist. Über den Hopfen wird nur der Name verraten – keine Info über weitere Hopfensorten, Hopfenstopfung, etc. Schade. Die Beschriftung “Drei Hopfen – Ein Bier” spricht aber für einen Sud der mit drei verschiedenen Hopfensorten (Mandarina, Polaris und Hersbrucker) gestopft wurde. Abgefüllt (insb. für die Braukunst Live 2014 !?) wurde das Bier in 0,5 l Bügelverschluss-Flaschen.

Im Glas ist das Bier golden, opal / leicht und gleichmäßig trüb und es hat eine stabile, cremige, weiße Schaumkrone die gut am Glasrand haftet.

Aroma: Jede Menge Citrus, Fichte, Fruchtig, krautiger Hopfen, Gras, etwas Getreide. Nur ein Hauch vom Polaris-typischen “Gletschereisbonbon”-Aroma.

Rezenz: Soft und nur ganz leicht frisch-perlend.

Antrunk: weich, rund, vollmundig, betont frisch, Sortentypisch

Nachtrunk: rund, trocken, feinbitter, kühl

Mein Prädikat: So wie erwartet kommt der Polaris-Hopfen am Anfang nicht “rüber”. Aber später ist das (gute!) Bier frisch und hat einen schönen kühlen Nachklang. Aber so ganz hat mich das “Polaris-Experiment” von und mit dem grünen Mönch noch nicht überzeugt.

Aber es gibt ja auch noch die Hersbrucker- und die Mandarina-Edition von der Klosterbrauerei Weissenohe.

 

Tasting: Green Bullet von der Camba Bavaria

Camba Green Bullet Camba Green Bullet   Bin kürzlich beim Einkaufen offenbar auf einen Bier-Erlkönig gestossen. Ein ganz neuer Sud bzw. ein in den Verkauf gebrachter Probesud von Camba Bavaria. Denn die klassischen 0,5 Bügelflaschen tragen zwar ein “Truch’linger Alt” Etikett. Aber handschriftlich ist auf dem Etikett vermerkt “Green Bullet”. Und nach dem Einschenken ins Glas wird klar: Des is koa Altbier ned. 

Leider findet man bisher keinerlei Infos zu dem Bier. Weder auf der Brauerei-Site noch auf den Bewertungsportalen. Vom Stil her ist es ein (American) Pale Ale oder India Pale Ale würde ich sagen.

Offenbar mit dem noch recht unbekannten Green Bullet Hopfen aus Neuseeland gebraut. Das Aromaprofil vom Bier passt jedenfalls zu dem bei Hopfen-der-Welt genannten Charakteristika: http://www.hopfen-der-welt.de/pellets-typ-90/neuseeland/green-bullet/

Im Glas hat das Bier eine bernsteinfarbene Optik, es ist “schmutzig”-trüb und hat eine sehr stabile, grobporige beige Schaumkrone. 

Aroma: sehr viel Pinie / Fichte, Citrus, sowie einige pfeffrig-scharfe Noten, leicht fruchtig, hopfen- und kräuteraromatisch

Rezenz: soft – leicht perlend / frisch

Antrunk: Betont bitter-frisch, sortentypisch, pfeffrig-scharf, weiches Mundgefühl

Nachtrunk: trocken, herb – bitter, leicht fruchtig, sehr langer hopfig-bitterer Abgang

Mein Prädikat: Das zweckentfremdete Etikett macht mich nach wie vor etwas stutzig. Aber meinen persönlichen Test hat das Bier bestanden. Sehr trocken, sehr Nadelholzig. Könnte problemlos als ein “Brewdog West Coast Lumberjack Hammer” durchgehen. Zeigt wie viel Potenzial bei Camba “unterwegs” ist.

Tasting: Amber Ale von Wampenbräu

Gebraut und abgefüllt von der Tölzer Mühlfeldbräu. Hat 30 IBU, 5,4% vol. alc. und 13 P. Stammwürze. Rezept und Vertrieb von der Wampenbräu GbR aus Bichl / Oberbayern. Offenbar mit Cascade-Hopfen, Chinook-Hopfen und Citra-Hopfen gebraut.

Mehr zur Brauerei findet man unter https://www.facebook.com/wampenbraeu

Die 0,33 l Flasche bzw. das Etikett ist recht simpel aber gut / eigenständig gestaltet. Keine Goldwappenfolklore.

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Schöne Optik im Glas: Dunkelgolden / Bernsteinfarben. Gleichmäßig trüb / opal, schöne weiße Schaumkrone die gut am Glasrand haftet.

Aroma: Frisch, sehr viel Citrusfrüchte, etwas Pinie, etwas Kräuter. Sehr gut.

Rezenz: Angenehm-soft

Antrunk: Relativ leicht, schlank, abgerundet, weich, sortentypisch, fruchtig-frisch.

Nachtrunk: Ausgewogen, etwas trocken, feinherb – feinbitter, zitrus-frisch, insgesamt harmonisch.

Mein Prädikat: Keine Pale Ale Hopfenbombe – aber auch nicht sooo typisch boarisch wie man sich auf dem vielleicht Etikett gibt. Interessantes Bier wegen der Kombination aus dezentem Westcoast-Hopfen und mildem Amber Ale. Kommt bei mir jetzt öfter ins Glas.

Tasting: Robustus 6 von der Riegele Braumanufaktur

Das nächste Bier von der Riegele Brauerei aus Augsburg. Heute das Porter mit dem Namen Robustus 6 das mit 5 % vol. alc. an den Start geht. Auch dieses Bier ist in den Braumanufaktur-typischen 0,66 l Flaschen abgefüllt. Das Etikett ist auch hier wieder sehr ausführlich und informativ. Es wurde viel dunkles Malz verwendet…

Hier findet man im Netz noch mehr zum Bier: http://www.riegele-biermanufaktur.de/robustus-6/

Weder bei Ratebeer.com noch bei Bier-Index.de findet man nennenswerte Bewertungen … kein Wunder, denn das Bier ist ja noch recht neu auf dem Markt.

Die Zutaten laut Etikett / Website sind:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Chocolate, Dark Chocolate, Münchner Malz, Weizenmalz, Pale Ale Malz), Weizenmalz, geröstete Gerste, Hopfen (First Gold, Golding), Hefe

 

Optik: Dunkelbraun-schwarze Farbe, trüb oder zumindest undurchsichtig, brauner Schaum der gut am Glas haftet.

Aroma: Kaffee, Röstaromen, Schokolade, geröstetes Getreide, etwas Kräuter-Hopfen, etwas säuerlich.

Rezenz: Soft / Angenehm

Antrunk: Weich, Vollmundig, Rund, Malzaromatisch

Nachtrunk / Abgang: etwas säuerlich, wieder sehr Malzaromatisch, Röstaromen, Kaffee, Feinbitter, Kräftig betont, Trocken.

Mein Prädikat: Eigentlich der passende Bierstil zur Advents- und Winterzeit. Aber der sprichwörtliche Funke springt bei mir nicht rüber. Zu trocken, zu säuerlich, zu langweilig.

Tasting: Imperial Stout von der Landbrauerei Schönram

Schönramer reloaded – Teil 2. Neben dem IPA wurde offenbar auch das Imperial Stout der Schönramer Brauerei “überarbeitet”. Auch hier wurde der “Bavarias Best” Schriftzug entfernt. Und das Bier hat jetzt 9,5 statt 10 % vol. alc.

Auch in diesem Fall gilt: Unter http://www.brauerei-schoenram.de findet man gute Informationen zur Brauerei, aber (noch) nichts zu diesem tollen Bier.

Es kommt in schlanken 0,33 l Flaschen auf den Markt. Das Etikett ist ähnlich wie das neue IPA Etikett:Mit einem historischen, leicht verfremdeten Motiv (Mann mit Hut und Hund) gestaltet. Wirkt moderner als das Bavarias Best Etikett.

Optik: Dunkelbraun-schwarz, trüb, feinporiger brauner haltbarer Schaum. Schaum haftet sehr gut am Glasrand.

Rezenz: Angenehm-soft

Aroma: Kaffee, Röstmalz/Röstmalz, Erdig, Kräftig.

Antrunk: Vollmundig, Malzaromatisch, sortentypisch, schwer

Nachtrunk: rund, leicht säuerlich, trocken, feinherb und bitter, kräftig betont.

 

Mein Prädikat: Ein Super-Guiness-like Bier aus Oberbayern. Auch wenn ich mich wiederhole: Braumeister Eric Toft weiß was er tut.

Mehr eine Mahlzeit als nur ein Bier.