Tasting: Craft No. 166 IPA vom Darmstädter Bräustübl

Schreibt sich wirklich so: “Bräustüb’l“. Für bayerische Augen bzw. Ohren würde ich sagen: Ich kaufe ein E und ein R damit es ein gscheids Bräustüberl wird. Und damit ist auch schon etwas von meiner Bewertung vorweg genommen…

Das Bier hat 6,7 % vol. alc und kommt in schlanken 0,33 l Flaschen auf den Markt. Das Etikett ziert vorne groß die Zahl 166 (welche sich auf die 166-jährige Brautradition bezieht) und eine Art stilisierter IPA-Style Stempel. Was das wohl soll…

Selbst schreibt die Brauerei über das Bier auf dem Rückenetikett: 

Aus der Erfahrung von mittlerweile 166 Jahren und der unbedingten Leidenschaft unserer Braumeister für handwerklich gebrautes Bier, entstand die Idee für diese besonders außergewöhnliche Spezialität: ein kupfern leuchtendes India Pale Ale, das durch die Beigabe von Mandarina Bavaria Hopfen im Kalthopfungsverfahren zu einem intensiven Geschmackserlebnis mit fein-fruchtigem Zitrusaroma reift. 

Besonders außergewöhnlich … Naja das erscheint mir angesichts der relativ großen Zahl von IPAs auf dem Markt dann etwas arg hoch gegriffen.

Im Glas ist das Bier aber in der Tat Kupferfarben, gleichmäßig trüb und hat wenig beigen Schaum der nicht am Glas haftet und schnell verschwindet. Gibt also schon mal Abzüge in der “Optik-Note”. 

Das Aroma ist klebrig-süß und Alkoholbetont. Etwas Karamell- und Malz- bzw. Würzearomen kommen noch hinzu. Sowie Hopfen-/Sortenbedingt etwas Fichte / Kiefer und Citrus. 

Rezenz: Soft & angenehm, ganz leicht perlend. 

Antrunk: Auch hier klebrig-süß, relativ schwer, malzaromatisch, würzeartig, schwer. Gerade noch sortentypisch würde ich sagen. 

Nachtrunk: kräftig betont, relativ rund, immer noch malzig-süßlich-klebrig. 

Mein Prädikat: Sorry Darmstadt, aber das ist für mich klar das bisher schlechteste IPA aus Deutschland. Da müsst ihr an der Rezeptur und am Brauprozess noch ganz fleißig arbeiten. Das schmeckt a bisserl wie ein schlechtes Bockbier mit zu viel Hopfen. Wenn überhaupt. 

 

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One thought on “Tasting: Craft No. 166 IPA vom Darmstädter Bräustübl

  1. Es ist wirklich traurig, was so mancher hier auf den Markt wirft und es IPA nennt. Man versucht auf Gedeih und Verderb auf den IPA-Zug aufzuspringen, scheitert dann aber sehr gerne daran für die Dinge zu sorgen, die für die Sorte typisch sind. Man kanns ja dann gern DIPA, BIPA oder was auch immer nennen, aber so…

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