Tasting: Märzen von der Brauerei Goss Deuerling

Ein Bier bei dem ich spontan ins Schwärmen gerate. Stammt aus der Region rund um Regensburg. Gekauft beim guten Frizzz Getränkemarkt in Regensburg. Kommt in der klassischen 0,5 l Euro-Flasche mit einem “spröde” gestalteten Etikett auf den Markt. Es hat ordentliche 5,5 % vol. alc. “unter der Haube”. Und ist ein Märzen-Bier wie aus dem sprichwörtlichen Bilderbuch. Positive Bewertungen zum Bier findet man z.B. hier: http://www.bierbasis.de/bier/Goss-Braeu-Maerzen

Optik: Dunkles Gold, sehr klar, cremiger beiger Schaum der gut am Glasrand haftet. Beim Schaum denkt man eher an die Milchcreme vom Cappuccino als an Bierschaum.

Aroma: Rein, etwas Citrus, Gras, Malzaromatisch, relativ kräftig.

Rezenz: frisch

Antrunk: abgerundet und vollmundig, malzaromatisch, weich, sortentypisch und relativ schwer.

Nachtrunk: ausgewogen, rund, feinbitter, harmonisch.

Mein Prädikat: Ein Spitzen-Märzen das zu Recht schon auf dem World-Beer-Cup ausgezeichnet wurde. Ein klassischer Hidden-Champion aus der “Provinz”.

 

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Tasting: Craft No. 166 IPA vom Darmstädter Bräustübl

Schreibt sich wirklich so: “Bräustüb’l“. Für bayerische Augen bzw. Ohren würde ich sagen: Ich kaufe ein E und ein R damit es ein gscheids Bräustüberl wird. Und damit ist auch schon etwas von meiner Bewertung vorweg genommen…

Das Bier hat 6,7 % vol. alc und kommt in schlanken 0,33 l Flaschen auf den Markt. Das Etikett ziert vorne groß die Zahl 166 (welche sich auf die 166-jährige Brautradition bezieht) und eine Art stilisierter IPA-Style Stempel. Was das wohl soll…

Selbst schreibt die Brauerei über das Bier auf dem Rückenetikett: 

Aus der Erfahrung von mittlerweile 166 Jahren und der unbedingten Leidenschaft unserer Braumeister für handwerklich gebrautes Bier, entstand die Idee für diese besonders außergewöhnliche Spezialität: ein kupfern leuchtendes India Pale Ale, das durch die Beigabe von Mandarina Bavaria Hopfen im Kalthopfungsverfahren zu einem intensiven Geschmackserlebnis mit fein-fruchtigem Zitrusaroma reift. 

Besonders außergewöhnlich … Naja das erscheint mir angesichts der relativ großen Zahl von IPAs auf dem Markt dann etwas arg hoch gegriffen.

Im Glas ist das Bier aber in der Tat Kupferfarben, gleichmäßig trüb und hat wenig beigen Schaum der nicht am Glas haftet und schnell verschwindet. Gibt also schon mal Abzüge in der “Optik-Note”. 

Das Aroma ist klebrig-süß und Alkoholbetont. Etwas Karamell- und Malz- bzw. Würzearomen kommen noch hinzu. Sowie Hopfen-/Sortenbedingt etwas Fichte / Kiefer und Citrus. 

Rezenz: Soft & angenehm, ganz leicht perlend. 

Antrunk: Auch hier klebrig-süß, relativ schwer, malzaromatisch, würzeartig, schwer. Gerade noch sortentypisch würde ich sagen. 

Nachtrunk: kräftig betont, relativ rund, immer noch malzig-süßlich-klebrig. 

Mein Prädikat: Sorry Darmstadt, aber das ist für mich klar das bisher schlechteste IPA aus Deutschland. Da müsst ihr an der Rezeptur und am Brauprozess noch ganz fleißig arbeiten. Das schmeckt a bisserl wie ein schlechtes Bockbier mit zu viel Hopfen. Wenn überhaupt. 

 

Veranstaltungstipp: Markt des guten Geschmacks – die Slowfood Messe in Stuttgart

Kommen Sie mit auf eine außergewöhnliche Genussreise. Besuchen Sie den Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe. Entdecken Sie die beeindruckende Vielfalt regionaler Spezialitäten. Erleben Sie den unverfälschten Geschmack, die Individualität und Lebendigkeit handwerklicher Produkte. Treffen Sie die Produzenten Ihrer Lebensmittel persönlich und tauchen Sie ein in die Philosophie von Slow Food.

Mehr zur Messe gibt es hier: http://www.messe-stuttgart.de/marktdesgutengeschmacks/

Vom 10. bis 13. April findet die Veranstaltung in der Messe Stuttgart statt.

Aber während es rund um das Thema Wein http://www.messe-stuttgart.de/marktdesgutengeschmacks/besucher/vinothek/ auch interessante Seminare gibt: http://www.messe-stuttgart.de/marktdesgutengeschmacks/besucher/rahmenprogramm/  finden sich zum Thema Bier zwar 14 Brauereien unter den Ausstellern (Schwerpunktmäßig aus Ba-Wü), aber nix zum Thema “Neues Bier” oder “Craft Beer” oder ähnliches.  Von Vorträgen oder Verkostungen ganz zu schweigen. Schade da könnte doch die Slowfood-Bewegung m.E. auch von profitieren. Und zum o.a. Messemotto würde Bier doch auch sehr gut passen. 

 

 

Tasting: Absolvinator Doppelbock von Meinel-Bräu aus Hof

Zur Feier des Tages gibt es heute einen Doppelbock. Doppelter Grund dafür: Daniel vom Usox-Bierblog wird feiert heute seinen 30ten Geburtstag. (http://www.usox.org/ ). Und im TV (BR / 3tes Programm um 19 Uhr) kommt heute wieder der Starkbieranstich vom Nockherberg mitsamt Politiker-Derblecken. ==> http://de.wikipedia.org/wiki/Derblecken

Daher muss ein Doppelbock ins Glas. Aber nicht der Salvator um den sich im Fernsehen alles dreht und auch keines der anderen bekannten Starkbiere aus München, sondern der Absolvinator von Meinel Bräu kommt heute auf den Tisch. Er hat solide 8 % vol. alc und kommt einer 0,5 l Euro-Flasche auf den Markt.

Im Glas eingeschenkt ist das Bier sehr klar, rotbraun / kastanienbraun und hat eine feste / cremige hellbraune Schaumkrone die gut am Glas haftet. Bei ratebeer.com hat das Bier recht gute Bewertungen erhalten, auch wenn es nicht für die weltweiten Top 50 Biere in der Kategorie Doppelbock reicht (Auf Platz 1 ist aktuell der Ayinger Celebrator, auf Rang 2 der Andechser Doppelbock Dunkel – well deserved würde ich sagen).

Das schreibt die Brauerei über ihr Bier:

Absolvinator ist ein kräftiges, malzaromatisches dunkles Starkbier, in der Tradition der Fastenbiere vor Ostern. Als einziges Bier, das den Namen einer Schülerverbindung (RAAV Absolvia Hof 1869) trägt, wird es eingebraut aus dunklen Spezialmalzen und nach dem klassischem Brauverfahren produziert. Vier Monate gereift, kommt es zu Beginn der Fastenzeit beim traditionellen Starkbieranstich zum Ausstoß.

Das Aroma ist malzaromatisch, süßlich, florale Hopfennoten sind im Spiel, der Alkoholgehalt lässt sich auch in der Nase schon gut wahrnehmen, last but not least kommen einige Röstmalznoten vom dunklen Malz dazu.

Die Rezenz ist angenehm-soft.

Der Antrunk ist vollmundig, malzaromatisch, betont schwer, weich und sehr sortentypisch.

Nachtrunk: ausgewogen, rund, kräftig und malzaromatisch betont und ohne anhängende Bittere – auch wenn im Nachklang etwas Hopfenbittere im Spiel ist.

Mein Prädikat: Sehr guter dunkler Doppelbock der sich gefährlich gut trinken lässt.

Tasting: Schwärzla vom Klosterbräu Bamberg

Mit einer Durchschnittsnote von aktuell 3,36 schafft es dieses fränkische Schwarzbier ganz knapp nicht in die weltweiten Top 50 der Schwarzbiere bei ratebeer.com ==> http://www.ratebeer.com/beerstyles/schwarzbier/29/      Die einzelnen Bewertungen findet man über diesen Link: http://www.ratebeer.com/beer/klosterbrau-schwarzla/10082/

Gekauft habe ich das Bier (0,5 l Bügelverschluß-Flasche) beim unglaublich gut sortierten REWE Markt in Bamberg. Wenn doch nur jeder zweite Rewe-Markt eine derart interessante Bierauswahl hätte…mannomann.

Mehr zur Brauerei aus der Bier-Kultstadt Bamberg findet man hier: http://www.klosterbraeu.de/

Im Glas ist das Bier dunkelbraun – schwarz, undurchsichtig / trüb und es hat eine unfassbar stabile, cremige, braune Schaumkrone die sehr gut am Glas haftet. Optisch also schon mal 10 von 10 Punkten.

Auch das Aromenspiel ist top: Malz und Getreide, Karamell und etwas Kaffee, ein Hauch Holz,Rauch und Erdigkeit, etwas Kräuter-Hopfen.

Die Rezenz ist recht lebendig-prickelnd, lässt aber mit der Zeit nach und ist dann moderat frisch.

Der Antrunk ist abgerundet, vollmundig, malzaromatisch / malzbetont, röstaromatisch, relativ weich, sortentypisch ohne zu schwer und wuchtig zu sein.

Der Nachtrunk ist leicht sauer, rund, feinherb-feinbitter, kräftig betont und insgesamt harmonisch.

Mein Prädikat: Tolle Ausgewogenheit zwischen dunklem / kräftigem Malzgeschmack und einer süffigen “Leichtigkeit“, denn das Bier ist zwar Vollmundig aber kein betont starkes / füllendes Bier. Bamberger Braukunst at its best.

Sinnvoll Bier trinken ?

Also Bier trinken und dabei (nicht nur sich selbst) etwas Gutes tun? Das geht mittlerweile nicht nur in Berlin http://www.quartiermeister.org/  sondern auch in München: http://muenchen.quartiermeister.org/

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Was schreiben die Organisatoren selbst über das Projekt?

Bier für München!

Sinnvoller ist Bier noch nie getrunken worden. Quartiermeister ist das Bier für hier. Mit jeder Flasche Quartiermeister trägst du zur Förderung sozialer und kultureller Initiativen und Projekte in München bei.

Mach mit und bestimme, welche Projekte unterstützt werden sollen.

Prost!

Quartiermeister ist:

 Not-for-Profit

Die Macher von Quartiermeister stellen den erzielten Gewinn zur Verfügung.

 Sozial

Der komplette Gewinn fließt in soziale und kulturelle Projekte in deiner Nachbarschaft.

 Unabhängig

Quartiermeister kommt aus einer inhabergeführten Privatbrauerei. Zudem kooperiert Quartiermeister bei der Mittelausschüttung mit unabhängigen Vereinsstrukturen vor Ort.

 Regional & Lokal

Quartiermeister ist ein regionales Produkt aus heimischen Zutaten und kommt aus einer inhabergeführten Privatbrauerei: Die Genossenschaftsbrauerei Gut Forsting liegt östlich von Ebersberg im Speckgürtel von München.

 Transparent

Über unser Versprechen wacht ein unabhängiger, ehrenamtlicher Verein. Auf der Homepage werden außerdem Verkaufszahlen und sozialer Gewinn veröffentlicht.

 

Wo gibt es das Bier? Hier: http://muenchen.quartiermeister.org/bei-dir-zuhause

Das Bier selbst ist ein gut gemachtes, unspektakuläres Export / Helles das in 0,33 l und 0,5 l Flaschen im Handel (siehe oben) und der Gastronomie zu finden ist.

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Mein Prädikat: Tolles Projekt das lokale Initiativen unterstützt. Mehr davon.

Tasting: Bamberger Hofbräu Lager von der Weyermann Biermanufaktur

Bamberger Hofbräu Lager von der Weyermann Biermanufaktur

Die Biermanufaktur / Versuchsbrauerei von Weyermann in Bamberg hat bisher ca. 70 Biere hergestellt und vermarktet. Darunter finden sich dann auch exotische Sorten wie ein Dinkelbock, Honey Chilli Porter oder ein Oak-toberweizen (mit Eichenrauch-Weizenmalz).

Heute bei mir im Test – nach dem Einkauf im lobenswerten Weyermann Fanshop – das “Weyermann (R) Bamberger Hofbräu Lager”. Wenn man in dem besagten Fanshop das Bier kauft, erhält man automatisch das ausgedruckte Rezept dazu. Hobbybrauerherz was willst Du mehr ? Dort steht zu dem Bier:

Dieser Sud wurde extra eingebraut um die Vorzüge der Gerstensorte Barke hervorzuheben und die ausgewogene Vollmundigkeit zu demonstrieren. Die angenehme, hopfenaromatische, milde Bittere rundet das Gebräu zu einem süffigen Trunk ab. Das goldfarbene Bier passt sehr gut zu Thunfisch und Hühnchen sowie zu leichten Gerichten wie Salat.

 

Malzmischung:

85% Weyermann Barke Pilsner Malz

15% Weyermann Barke Münchner Malz

 

Stammwürze: 12,2 P

Alkohol 4,9 % vol. alc.

18 BE (Perle und Spalter Aromahopfen)

Hefe: Fermentis Saflager W34/70

Damit ist schon sehr viel zu Bier gesagt. Aber so wünscht man sich das ja als Bier-Nerd eigentlich immer.

Im Glas ist das Bier goldgelb, klar und hat eine cremige-weiße Schaumkrone die gut am Glasrand haftet.

Die Rezenz ist angenehm-soft und nur ganz leicht perlend.

Das Aroma ist betont malzaromatisch und getreidig mit einem Hauch Hopfen-Kräuter-Aroma.

Der Antrunk ist weich und mild, weiter sehr malzaromatisch und für ein Lager-Bier sortentypisch. Eine leicht säuerliche Note kommt im Antrunk hinzu.

Der Nachtrunk ist ausgewogen, rund, feinbitter, harmonisch und ziemlich süffig.

Mein Prädikat: Betont süffiges, malziges und sehr leckeres Lagerbier aus Bamberg.