Tasting: Wittmann Landshuter Hochzeits Märzen

Seit gestern (28. Juni) findet sie wieder statt: Die Landshuter Hochzeit. So wie alle vier Jahre. Und so gibt es jetzt anlässlich vom Fest erstmals (?) ein spezielles Märzenbier der Brauerei Wittmann aus Landshut.

Mehr zur Brauerei findet man hier: http://www.brauerei-wittmann.de/news

Mehr zum Fest hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Landshuter_Hochzeit und hier: http://www.landshuter-hochzeit.de/

Die Flasche zeigt – eh klar – ein historisches Motiv der Landshuter Hochzeit. Ansonsten erfährt man weder auf dem Etikett noch auf der Website etwas “mehr” über das Bier. Ist es z.B. nach einem historischen Rezept gebraut ? Wäre ja nett und passend / angemessen. Alles leider Fehlanzeige. So bleibt leider der Eindruck: Reiner Marketing-Gag um das Bier zu vermarkten.

Das Bier hat 5,5 % vol. und ist ein klassisches Fest-Märzen. Optisch kommt es mit dunkel-goldener Farbe daher, es ist klar und mit feinporigem, cremigen, weißem Schaum versehen.

Geschmacklich: Ein klassisches malzbetontes, süßliches Märzen mit wenige Fruchtigkeit, Bitterkeit oder gar herben Noten. S-ü-f-f-i-g ist das Wort das einem sofort und durchgängig in den Sinn kommt. Die Rezenz ist ganz dezent prickelnd. Das Bier ist von Anfang bis Ende malzig-süßlich. Auf die Dauer vielleicht etwas nervig, aber wie könnte man ein Mittelalter-Fest ohne so ein Bier überstehen ???

Prädikat: Gut das die Landshuter Hochzeit nur alle vier Jahre ist – somit gibt es dieses Märzen auch nicht zu oft. 😦

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Tasting: Hopfull Hallertauer Pale Ale

Diese Bier aus meiner Nachbarschaft (Landkreis zählt noch dazu) ist noch sehr sehr neu. Aber nachdem ich heute früh erfolgreich auf Bier-Jagd war (fündig geworden bin ich bei http://www.xn--appel-getrnke-kfb.de/  in Au) kann ich das Bier gleich verkosten und vorstellen.

Erste Infos zum Bier findet man hier: http://www.auerbier.de/hopfull.htm

Über das Bier sagt die Brauerei selbst: “Gebraut wurde Hopfull mit heimischen Malzen, obergäriger englischer Ale-Hefe und mit den Hopfensorten Hallertauer Saphir, Hallertauer Perle, Hallertauer Hersbrucker und Saazer. Typisch für das IPA ist die letzte, späte Hopfengabe (Aromahopfen Saphir) erst bei der Lagerung des Bieres, die der Brauer „hopfenstopfen“ nennt. Hopfull ist mit 6,9 Volumen-Prozent Alkohol im mittleren Bereich dieses Biertyps einzuordnen und weist 60 Bittereinheiten auf. Das Hopfull gibt es in Kürze in der 0,33l-Flasche im gut sortierten Getränke-Fachhandel und ausgesuchten Gastronomien.”

Gut gefällt mir das auch eine mittelständische Brauerei den “Mut” zum IPA und zu – eigentlich eher – ungewöhnlichen Bierstilen aufbringt.

Die Gestaltung vom Flaschenetikett finde ich auf der Vorderseite nicht wirklich gelungen. Ist mir zu “zwanghaft-jugendlich”. Aber auf der Rückseite gibt es sehr viel über das Bier und seine Zutaten zu erfahren (siehe oben). Vorbildlich.

Der Preis den ich im Einzelhandel bezahlt habe (der Verkäufer hat mich extra “gewarnt”: “Des kost fei 1,99 € pro Flasche….plus Pfand!!!” ) finde ich, gemessen an manchen anderen IPAs aus Deutschland, in Ordnung.

Das Bier selbst ist ebenfalls OK. Die Farbe ist rotgold und klar. Der hautfarbene Schaum ist cremig und feinporig, leider aber nicht sehr stabil. Der Geruch ist relativ rein, leicht karamellig und mit einem ersten Kräuter-Hauch versehen. Der Antrunk ist relativ schlank, vollmundig mit etwas Malz. Angenehm weich und mit vielen grasigen Kräuteraromen kommt das Bier daher. Die Rezenz ist angenehm,frisch und sortentypisch “ruhig”. Der Nachtrunk ist trocken, feinherb bis feinbitter und wenig bis gar nicht fruchtig.

Ein bisschen habe ich den Eindruck man hat dieses Hallertauer IPA in Richtung des Geschmacks von Pilstrinkern getrimmt. Bei den verwendeten Hopfensorten eigentlich kein Wunder. Schade, denn etwas mehr Mut zur Fruchtigkeit würde dem Bier – sortentypisch – ganz gut bekommen.

 

Prädikat: Herb-Kräuterwürzige IPA-Variante aus der Hallertau. Eher so eine Art Indian Pils Ale.

 

Tasting: Sierra Nevada Torpedo Extra IPA

Diese Wuchtbrumme von einem Bier gibt es neuerdings (?) beim Kaufhof am Stachus. Für relativ kleines Geld. Mehr zur Brauerei und zum Bier findet man hier: http://www.sierranevada.com/

Es gehört mit einer durchschn. Bewertung von 3,74 (auf einer Skala von 0-5) zu den besseren, aber nicht zu den Top 50 IPAs auf der Welt. Und es wurde von über 2.300 Leuten bewertet. (auf der Ebene liegen von den deutschen Bieren wohl nur Weihenstephaner und Franziskaner Weissbier).

Die 350 ml Flasche ist für das deutsche Auge etwas ungewohnt aber OK. Das Etikett strotzt nur so vor vielsprachigen Best Before und Zutaten-Aufzählungen. Viel erfährt man über das Bier leider auch nicht. Nur das “Purest Ingredients” verwendet werden. Und das man “Finest Quality” produziert. American Craft Beer goes Fernsehbier … oder was ?

Dafür kann der “Stoff” inhaltlich” auf ganzer Linie überzeugen. Optik: Amber-orangefarben. Mit feinporigem, weißem Schaum.

Geschmacklich weniger fruchtig und dafür mit Noten von Kräutern & Gewürzen. Fichten- und Pinienaromen kommen deutlich rüber. Sehr schön bitter und herb – wenig Fruchtigkeit. Natürlich auch Zitrusaromen kombiniert mit einer leichten Malznote. Aber der Hopfen bestimmt ganz klar die “Marschrichtung”. Der Antrunk ist frisch, bitter und würzig aber nicht würzeartig. Die Rezenz ist angenehm spritzig – fast etwas zu bizzelig für meinen IPA-Geschmack. Der Nachtrunk ist trocken, feinbitter und (hopfen-)herb.

Prädikat: Intensives IPA mit massivem Hopfenaroma – ganz ohne Cascade-Hopfen-Nerv-Faktor.

Tasting: BraufactuM Darkon Schwarzbier

Eventuell ist das ja sogar ein Bier aus Bayern? Bei der Oetker-Brau-Gruppe weiß man ja nie so genau wo das Bier herkommt. BraufactuM residiert als “Die internationale Brau-Manufacturen GmbH” jedenfalls in Frankfurt. Aber nicht jedes (?) ihrer 11 Biere wird dort hergestellt. Mehr gibt es hier: http://www.braufactum.de/

Auf dem Etikett der neu ausgestatteten Flaschen steht jetzt neuerdings nicht mehr “Braufactum  –  Feine Bierkultur” sondern  “Braufactum   –   Das Craft Bier”. In meiner alten Firma hat man so ein Verhalten gerne als Namedropping bezeichnet! Guckstu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Namedropping

Neu ausgestattet heißt in dem Fall auch: 0,65 l Flaschen. Eigentlich eine nette Größe. Aber ich habe das Gefühl man hat zeitgleich an der Preisschraube gedreht (nach unten gar ?)

Etwas “affig” finde ich die gedruckte Unterschrift des Braumeisters – in dem Fall die von M. Rauschmann. Dem BraufactuM-Chef. Aber nachdem ich oft und gerne über zu wenig Transparenz auf den Bieretiketten der Brauereien motze, muss ich hier mal ein Lob aussprechen: Klar ist auf dem Etikett auch a bisserl Marketingblabla. Aber der Genießer erfährt bei den Braufactum-Bieren sehr viel über das Bier. Konkret beim Darkon welche Malzsorten (Münchner Malz, Karamellmalz, Röstmalz) verwendet werden und welcher Hopfen zum Einsatz kommt (Magnum, Saphir). B-r-a-v-o. So lob ich mir das. Stimmig und edel ist das Ganze eh. Also mein Rat an die anderen Brauereien: Nachmachen.

Das Bier selbst präsentiert sich im Glas ebenfalls gut. Klar und schwarz mit ein paar roten Blitzern. Toller fester, feinporiger, cremiger brauner Schaum der sehr stabil ist. Geschmacklich sehr schön bitter und röstig. Ein bisschen Schwarzbrot und Karamell kommt durch. Natürlich sehr malzaromatisch und kräftig. Und überraschend süß für ein Schwarzbier ist das Bier. Der Antrunk ist vollmundig und malzaromtisch. Trotz der Süße durchaus Sortentypisch. Die Rezenz ist angenehm aber keinesfalls spritzig oder gar prickelnd. Der Nachtrunk ist kräftig und feinbitter.

Prädikat: Gutes Schwarzbier – leider relativ teuer.

Die SZ schreibt über die aktuelle Werbekampagne der Schlossbrauerei Kaltenberg

Die Idee John Cleese zu engagieren (sowie seine deutsche Synchronstimme für die Radiospots) finde ich toll. 

Mehr zur Kampagne findet man hier: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/john-cleese-macht-bier-reklame-monty-pythons-wunderbare-welt-der-werbung-1.1703700

Lediglich die Aussage in einem der Radiospots das man mit Hilfe des (selbst verordneten) Weissbiermonopols einen  “uneinholbaren Geschmacksvorsprung” hat, finde ich einfach nur daneben. 

Tasting: Aldersbacher Klosterhell

Seit 1268 … sagt das Etikett der Brauerei Aldersbach. Mehr verrät die Website http://www.aldersbacher.de/startseite/   “Die Brauerei Aldersbach blickt auf eine lange Tradition zurück: Bereits 1268 wurde sie erstmals in einem Schiedsbrief des Grafen Albert von Hals an die Mönche des Klosters erwähnt. Damals handelte es sich noch um eine kleine Braustätte, die hauptsächlich Bier zum Privatgebrauch herstellte.

Die Säkularisation 1803 traf auch Aldersbach; Brauerei und Kloster wurden verkauft. Im Jahre 1811 erwarb die Familie des Frhr. von Aretin die Anlage und verhalf der Brauerei stetig zu wirtschaftlichem Erfolg.

Heute stellt die Brauerei Aldersbach 13 verschiedene Biersorten her. Ständige Produkterweiterungen und Modernisierung der Braustätte (z.B. das neue Sudhaus und die Füllerei) machen die Brauerei Aldersbach zu einem erfolgreichen mittelständischen Unternehmen.”

Das Bier kommt aus Niederbayern. Genauer gesagt aus Aldersbach – das zwischen Deggendorf und Passau liegt.

Das Flaschenetikett erzählt dem Biertrinker leider sehr wenig über die Brauerei und das Bier. Auf der Vorderseite sieht man einen (stilisierten) Mönch oder Abt mit einem Bierkrug, was in Sachen Klosterhell natürlich stimmig ist, aber auch etwas langweilig.

Zum Bier: Die Optik ist seht gut. Viel stabiler feinporiger weißer Schaum der am Glas haften bleibt. Goldgelbe klare Farbe. So soll ein gscheids Helles aussehen.

Der Geruch: malzaromatisch, leicht süßlich und ein Hauch von Kräutern.

Geschmack: Der Antrunk ist (überraschend) leicht und schlank. Fast schon dünn. Malzaromen stehen im Vordergrund. Die Rezenz ist angenehm und sortentypisch. Der Nachtrunk ist etwas säuerlich und trocken. Wenig bis keine Hopfen-Noten. Somit bleibt geschmacklich ein etwas dünner und fader Eindruck zurück.

Prädikat: Bestenfalls ein durchschnittliches Helles – die Perle niederbayerischer Braukunst ist das jedenfalls nicht.