Tasting: Berchtesgadener Hell vom Hofbrauhaus Berchtesgaden

From Hell …äh ne … Dieses Bier kommt aus dem südöstlichen Zipfel Bayerns. Genauer gesagt vom Hofbrauhaus Berchtesgaden. Königssee, Obersalzberg, Watzmann, … kennt jeder. Aber die Biere von dort … eher schon Exoten in den hiesigen Getränkemärkten. Die Brauerei stellt laut Ratebeer.com 13 verschiedene Sorten her. Die Website http://www.hofbrauhaus-berchtesgaden.de/  kennt nur 5. Dazu zählt auch das heute verkostete Helle. Über die Namensgebung bin ich aber dennoch etwas irritiert. Welcher brave Tourist aus Texas würde bei DEM NAMEN nicht womöglich an die Hölle und an Adolfs http://www.eagles-nest.de/ denken ???

Die knubbelige Euro 0,5 l Flasche kommt bieder daher und zeigt auf dem Etikett die Skyline von Berchtesgaden und wohl das Watzmann-Massiv. Mehr wird nicht über den Inhalt erzählt und ein Rückenetikett mit weiteren Infos spart man sich gleich ganz. Lediglich der Einsatz von Hopfenextrakt wird zugegeben. (Schuldig Euer Ehren). Auf der o.g. Website ist zu erfahren das es sich um “ein hellgoldfarbenes Bier mit fein-sahnigem Schaum” mit 4,9 % Alkohol und 11,6 % Stammwürze handelt. Na dann Prost.

Geschmacklich ein gut trinkbares aber in jeder Hinsicht durchschnittliches Bier. Brotige und getreidige Malzigkeit, etwas malzige Süße, ein Hauch Bitterkeit. Das war es aber auch schon. Der Nachgeschmack ist säuerlich/bitter.

Prädikat: Ein trinkbarer Langweiler aus dem “Alpenpark Berchtesgaden”

Tasting: Hopfenstopfer Comet IPA Triple Hop Craft Beer

Nicht exakt ein Bier aus Bayern. Aber die neuen Bierkreationen müssen gewürdigt werden, auch wenn sie aus dem Nachbar-Bundesland kommen. Und nach dem Citra (http://wp.me/p2XI2t-F) ist jetzt das Comet IPA Triple Hop Craft Beer an der Reihe. Kommt von Häffner-Bräu aus Bad Rappenau. Und ist eines der neueren Craftbiere – von zur Zeit zehn verschiedenen Sorten (Quelle: http://www.ratebeer.com/brewers/haffner-brau/6693/)

Optisch ein schönes orange-bernsteinfarbenes Bier mit mäßiger / wenig stabiler Schaumkrone. Das Design der 0,33 l Flasche gefällt mir persönlich überhaupt nicht. Löblich und relativ modern ist allerdings der auf dem Etikett integrierte QR-Code, über den man direkt der Hopfenstopfer-Facebook-Seite landet. Ansonsten erfährt man das neben Comet Hopfen auch noch Saphir und Taurus im Spiel sind. Beim Etikett und Logo kann man m.E. noch nacharbeiten. Beim Bier ist man schon sehr gut unterwegs.

Der Geschmack ist in jeder Hinsicht fruchtig und herb. Eben Hopfenbetont. Einerseits relativ bitter, andererseits macht sich eine Süße und Fruchtigkeit von Mandarine, Holunder und Zitronengras breit. Laut Barth Haas  (http://www.barthhaasgroup.com/johbarth/images/pdfs/hop-varieties/de/Sortenblatt_Deutsch_USA_Comet.pdf) ist der Comet eine Art Exot: Die Hopfensorte Comet wurde als Hochalphasorte für die Gegenden Washington und Idaho gezüchtet und wurde 1961 freigegeben. 1980 wurde die Anbaufläche auf 260 Hektar erhöht (ca. 1% der US-Anbaufläche), 1981 aber schon wieder eingestellt, weil die Super-Hochalphasorten entwickelt wurden. Heute wird dieser Hopfen, der durch extrem große Dolden und einen Geruch nach Holunderblüten auffällt, nur mehr bei einem Hopfenbauern in der Hallertau angebaut

 

Mit 55 IBU und 6,8 % Vol. haut das Bier auch ordentlich aber nicht zu kräftig rein. Aber trotz der drei Hopfensorten wird mir der fruchtige Geschmack auf Dauer etwas zu präsent. Auf der Zunge ein relativ softes Bier mit wenig Kohlensäure – so wie es m.E. bei einem IPA auch sein darf / soll. Der Nachgeschmack ist bittersüß und lange präsent.

Prädikat: Gutes IPA mit exotischem Hopfen

Tasting: Ottenbräu Pfingstfestbier

Das Bier ist für mich der lebende Beweis wie schlecht es den mittelständischen Brauereien in Deutschland geht. Keine (vermeintliche) Marktlücke ist zu klein um nicht doch besetzt zu werden. Oder wer hätte vor 2011 schon mal von einem Pfingstfestbier gehört? Aber scheinbar seit 2011 gibt es das Pfingst-Bier von der Brauerei Ottenbräu aus Abensberg (Quelle: ratebeer.com). Auch die einschlägigen Suchmaschinen im Internet kennen bei dem Suchbegriff Pfingst-Festbier nur das Ottenbräu als Treffer (an unterschiedlichen Stellen im www.). Eigentlich schlimme Zeiten wenn man auf solche Nischen setzen muss / darf.

Dabei hat das Bier es gar nicht nötig sich hinter so einem ungewöhnlichen Namen zu verstecken. Das Märzen ist nämlich richtig gut. Alkohol-technisch liegt es mit 5,8 % vol. zwischen dem normalen Märzen (5,5 % vol.) und dem Gillamoos-Festbier (6,0 % vol.). Eine Frühjahrs-Fingerübung für bzw. vom Braumeister? Aber warum das nicht ein ganz normaler Maibock geworden ist bleibt für mich ein Rätsel.

Das Bier kommt in einer extrem bieder etikettierten Flasche daher. Das Etikett verrät weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite viel. Nur das dass Bier sich mit dem Label “Bayerisches Bier, geschützte geografische Herkunftsangabe” schmücken darf, erfahren wir. Und zwar weil man die “Braurohstoffe ausschließlich von regionalen Erzeugern” bezieht. Aha. Na sehr löblich das Engagement. Für einen Webauftritt reicht es aber nicht. Schade. Ich hätte gerne mehr erfahren.

Optisch ist das Bier im Glas von dunkelgold-amber-Farben. Fast schon orange-Farben. Und Geschmacklich so schwer und und malzig-süß wie ein Märzen sein soll. Der Schaum ist weiß und stabil. Hopfen kommt nur im Hintergrund zu einem Nebenrollen-Auftritt.

Prädikat: Komischer Name für eine Klasse-Bier.

 

 

Craft Beer Store Hamburg eröffnet

will ich auch hier im Süden haben …

Beer you, beer me, BEER us together!

Am 15.05. eröffnete um 12 Uhr der Craft Beer Store in Hamburg als Ableger der bekannten Ratsherrn Craft Beer Brauerei.

Ab sofort präsentieren sich auf 25 Metern Regalfläche und einem wirklich schick eingerichteten Shop 350 Bierspezialitäten (in Zukunft werden es sicher noch mehr werden).

Highlights des Stores sind neben der Einrichtung und Produktvielfalt sicherlich das begehbare Kühlhaus, die sichtbare und spürbare Liebe der Betreiber zur Materie sowie die offene Verkostung der neu eingetroffenen Biere jeden Freitag und Samstag von 18 – 20 Uhr. Es wird derzeit auch auf Hochtouren an der Website inklusive Shop und Versand gearbeitet. Das dürfte in Zukunft eine schöne, neue Quelle für tolle Biere werden und der Laden rechtfertigt einen zukünftigen Besuch in Hamburg allemal. Wir jedenfalls planen schon unsere nächste Hamburg-Fahrt um einen Besuch an der Sternschanze!

Craft Beer Store Hamburg
Lagerstraße 30a
20357 Hamburg
http://www.craftbeerstore.de http://www.facebook.com/craftbeerstore.hamburg
Geöffnet Montag – Samstag von 12 – 20…

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Tasting: Wieninger Ruperti Pils

Die sehr rührige Brauerei Wieninger hat mit dem Ruperti-Pils einen echten “Hidden Champion” am Start. Erwartet man von einer Brauerei aus dem oberbayr. Teisendorf (zwischen Chiemsee und Salzburg gelegen) eher nicht.

Die Flaschen-Gestaltung ist – wie zu erwarten – sehr traditionell. Zumindest erfährt man auf dem Rückenetikett neben dem üblich Marketing-Blabla (“Ein Pils vom Feinsten. Ausgewählte Hopfensorten und erstklassige Spezialmalze garantierenen ein exklusives Trinkerlebnis.   …”) das dass Bier nicht pasteurisiert wurde. Lob dafür. Und Punktabzüge für den Nichtssagenden Rest-Text.

Geschmacklich ist das Bier dort wo es sein soll: Sehr schön Hopfenbetont mit 35 BE. Goldfarben und klar. Recht bitter (mit leicht metallischen Noten). Es hat 5,0 % Vol. Alc. Und wie der Text auf der Website richtig sagt hat es eine “feinherbe Hopfenbittere im Nachtrunk.”

Etwas mehr zu Bier und Brauerei findet man hier: http://www.wieninger.de/wieningerbier.html

Prädikat: Sehr schönes Pils aus einer Gegend in der man wohl eher ein tolles Helles oder Weißbier erwartet.

Tasting: St. Georgen Bräu Buttenheim LEVI Buttenheimer Urstoff

Da Levi Strauss – der Erfinder der Jeans-Hose – in Buttenheim geboren wurde, ist es naheliegend, dass die dortige Brauerei ein Levi-Bier abfüllt und verkauft. Seit ca. 2009 (Quelle ratebeer.com Ratings) ungefähr. Denn da war Levi’s 180ster Geburtstag. Das scheint gut funktioniert zu haben, denn das Bier ist immer noch auf dem Markt. Wenn einem sonst nicht zu viel einfällt, macht man halt eine Jeans-Bier. 

Das Etikett zeigt das Konterfei von Levi und im Hintergrund das Muster vom bekannten blauen Jeans-Stoff. Das ist – verglichen mit den sonst eher biederen Etiketten – ja fast schon ein Anfall von Jugendwahn … oder so ähnlich. 

Das Bier (ein Helles mit 4,6 % Vol. Alc.) kommt leider so erfrischend-jung daher wie eine Buntfaltenjeans. Nun ja. Viel Malzaroma, Brot und Getreide. Etwas Karamell und ein leicht metallischer Ton. Die Rezenz ist OK: Nicht zu bizzelig, nicht zu flach. Die Farbe ist golden und klar. Der Schaum ist weiß und nicht sehr lange haltbar. Optisch dennoch OK. Geschmacklich grad noch OK. 

Prädikat: Schmeckt mir zu sehr wie eine C&A / kik / xy – Jeans aus Bangladesch. 

Tasting: Spezial Rauchbier – Lagerbier

Aus Bamberg. Von Liebick-Getränke aus Germering.

Eines dieser Biere bei denen man spontan denkt: Ist da ein geräucherter Schinken mit in den Gärbottich “gefallen”?

Wie heisst es so treffend auf http://www.brauerei-spezial.de/

>>Unser Lagerbier ist die bekannteste Rauchbiersorte aus unserem Spezialitätenangebot. Das bernsteinfarbige Bier mit seinem feinem, mildem Rauchgeschmack lässt auch Skeptiker zum überzeugten Rauchbierfan werden. Der Stammwürzgehalt dieses Bieres beträgt ca.12% – daraus resultiert der Alkoholgehalt mit ca.4,7% <<<

Was kann man dazu noch hinzufügen ??

Dieses Rauchbier polarisiert. You either hate it or you love it. Ich gehöre zur letzteren Gruppe. Davon sollte es MEHR geben. Nix gegen IPA, und Bavarian APA und …   aber das Bier ist Klasse!

Das Etikett verrät nicht viel und ist samwama sehr konserativ. Aber das passt zum Bier und zur Brauerei.

Das das orange-bernsteinfarbene Bier ist allerdings 1A. Sehr viel Rauch-Aroma. Und Malz. Für Hopfen ist neben dem Rauch kein Raum mehr. Zumindest hier beim mild-gehopften Lagerbier. Aber süffig ist das “Zeug” …. das es eine wahre Pracht ist. Und auch wenn man sich bei der Brauerei-Website eher spröde gibt: Das ist bayer. Braukunst at it’s best.

Prädikat: Das Equivalent zu http://de.wikipedia.org/wiki/Smoke_on_the_Water für ernsthafte Biertrinker.

Tasting: Crew Ale Werkstatt IPA India Pale Ale

Zeit wird’s das Bier der beiden Gründer von der Crew Ale Werkstatt unter die Lupe zu nehmen.

Neidisch bin ich auf die beiden schon ein bisschen. Einfach so den Job an den Nagel hängen und eine (Zigeuner-)Brauerei gründen. Respekt für diesen mutigen Schritt. Hoffe das es sich in jeder Hinsicht auszahlt.

Das Bier kommt in 0,33 l Flaschen daher mit einem recht modernen und reduziertem Etikett. So ganz ist mir nicht klar was die Eule auf dem Logo (?) zu suchen hat. Auf dem Hals-Etikett ist dann von “Munich Craft Beer” zu lesen. Das ist mir persönlich etwas too much für Biere die in Niederbayern (wie hier im Falle vom IPA) oder in Salzburg (im Fall des Summer und des Stout Bieres) gebraut werden. Aber ich will auch nicht zu kleinlich sein…

Dafür erfährt der interessierte Genießer den IBU Wert des Bieres (58) und welcher Hopfen am Start ist: Herkules, Cascade, Citra, Simcoe. Sehr vorbildlich nenne ich das.

Unter http://www.crewale.de/    erfährt man übrigens mehr über die Idee, die Produkte, usw.

Edit vom März 2014: Nach dem “Re-Branding” (neuer Name der Brauerei: Crew Republic) ist diese Bier jetzt als “Crew Republic Drunken Sailor” auf dem Markt!

Das Bier selber würde ich als relativ bitteres / nicht-sehr-fruchtiges und somit eher klassisches IPA bezeichnen. Und nachdem es mit 58 IBU recht bitter aber eben auch nicht zu bitter ist, hat man noch Raum nach “oben”. Trotzdem machen sich auch Anklänge von Zitrus und Frucht bemerkbar. Die Farbe ist irgendwo zwischen dunklem Bernstein und hellem Braun mit einem Stich Orange. Der Schaum ist hellbraun und relativ stabil. Den Kohlensäuregehalt finde ich genau richtig für den Biertyp. Nicht zu soft aber auch nicht zu bizzelig.

Prädikat. Bier von zwei ehemaligen Unternehmensberatern…. und dafür sogar gut gelungen.

Tasting: Brauerei Plank (Laaber) Hefeweizen

Plank_Laaber_hefeweizen

Das heutige Tasting stellt das Hefeweizen von einer weniger bekannten Brauerei vor. Ein Geheimtipp ist das Bier aber nicht, hat doch alleine dieses Hefeweizen schon zwei silberne und einen goldenen Award beim World Beer Cup gewonnen. Wir reden also nicht über irgendwelche DLG-Schnullibulli-Medaillen sondern über richtige Wettbewerbe (mit allen Vor- und Nachteilen). Und auch die anderen Biere von der Brauerei Michael Plank können sich sehen und schmecken lassen. So hat zum Beispiel der Helle Weizenbock sage und schreibe 5 x Gold beim World Beer Cup geholt. R-e-s-p-e-k-t.

Mehr zu den Bieren und zur Brauerei findet man hier: http://www.brauerei-plank.de/

Das Bier kommt in der “klassischen” etwas bauchigen Euro-Flasche daher. Beim Etikett konnte man sich scheinbar nicht so ganz zwischen Tradition und Moderne entscheiden. Dafür wird auf dem Rücken-Etikett relativ viel über das Bier erzählt.

Geschmacklich ist das Bier betont frisch und v.a. fruchtig. Sehr viel bananiger Ester und Südfrüchte. Ansonsten dominiert die Süße und nicht das Malz oder die Hefigkeit. Etwas mehr Rezenz ( http://www.braukultur-franken.de/kompendium/r/rezenz/rezenz.html ) sprich Bizzeln, wäre gut, denn das Bier wirkt nach einigen Minuten zwar nicht schal, aber doch etwas “flach”.

Prädikat: Hidden Champion (http://de.wikipedia.org/wiki/Hidden_Champions) aus der Oberpfalz.