Tasting: Riedenburger Dolden Sud Bavarian IPA

Endlich habe ich dieses Bier im Handel gefunden. Einen ersten Probierschluck habe ich schon auf der Braukunst Live in München nehmen dürfen. Aber im Eifer des Gefechts…
Nun also das Tasting für dieses außergewöhnliche Bavarian IPA.

Das Etikett ist jedenfalls sehr ungewöhnlich und erinnert auch nicht an die normalen Etiketten vom Brauhaus aus Riedenburg. Es werden sehr viele Informationen über das Bier auf dem Etikett auf der Flaschenrückseite geliefert. Bemerkenswert ist das auch Emmer-Malz zum Einsatz kommt. Und für sein Emmer-Bier ist das Brauhaus ja durchaus bekannt. Dem Bier schadet es jedenfalls nicht. Leider fehlt die Info welche Hopfensorten zum Einsatz kommen. Schade. Ach ja: Wie bei Riedenburger üblich ist das Bier komplett aus ökologischen Zutaten hergestellt. (Deswegen gibt es das Bier z.B. auch beim Basic Biomarkt in München). R-e-s-p-e-k-t.

Mehr zum Bier ist hier zu finden: http://www.riedenburger.de/startseite/biere/riedenburger-biere/unser-dolden-sud/doldensud/browse/typo3temp.html

Ein weiteres Tasting ist übrigens hier zu finden: http://www.usox.org/2013/05/riedenburger-brauhaus-dolden-sud/

Mit 6,5 % Alc hat das Bier auf jeden Fall den “richtigen” Alkoholgehalt. Auch die Farbe (amber-orange) passt m.E. sehr gut zum IPA. 

Das Aroma und der Geschmack sind IPA-typisch von citrus- und grapefruit-Noten dominiert.  Es ist insgesamt sehr fruchtig und trotzdem trocken im Nachgeschmack.

Mir gefällt das Bier ausserordentlich gut.

Prädikat: US-Hipster mit kontrolliert biologischen Ökosocken. Trotzdem lecker. 

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Tasting: Klosterbräu Mallersdorf Zoigl – Vollbier mit Hefe

Wichtig: Das Bier ist nur echt wenn einem Ordensschwester Doris vom Etikett entgegenlächelt. 

Die Brauerei hat gerade etwas “nationale Aufmerksamkeit” erhalten weil der “Bierpabst” Conrad Seidl die Brauerei in seiner dreiteiligen Sendung “Bier on Tour” auf Servus TV vorgestellt hat. http://www.servustv.com/cs/Satellite/Article/Bier-on-Tour-011259497556121

Für mich ein guter Anlass ein Bier von der Doris zu trinken. 

Das Bier kommt in einer altmodischen Bügelverschlussflasche daher. Das Etikett ist natürlich an Biederkeit kaum zu überbieten. Aber das gehört hier auch zum Gesamtpaket und ist für mich stimmig. Auch wenn im TV zu sehen war das die Brauerei durchaus modern ausgestattet ist. Da wird nix im gammeligen Holzzuber vergoren. Alles auf der Höhe der Zeit und tiptop von BrauKon (glaub ich zumindest). 

Mehr ist über das Bier weder auf dem Flaschenetikett noch im Web zu erfahren. Einzig über die Website vom Klosterbräustüberl  ==> http://www.klosterbraeustueberl-mallersdorf.de/  ist ein bisschen was zu erfahren.

Das Bier im Glas ist goldfarben, leicht hefetrüb und hat eine feinporige weiße Schaumkrone. Etwas teigige Hefe kommt über die Nase rüber. Geschmacklich ist es frisch und malzig, am Anfang herb und dann im Nachgeschmack süßlich. Insgesamt recht “trocken”. 

Laut ratebeer.com ist es das Bier mit den drittbesten Noten (Stichwort “Schwarmintelligenz”) von der Klosterbrauerei Mallersdorf. Nur die beiden Bockbiere erzielen bessere Durchschnittsnoten. 

Prädikat: Leckere Klosterschwester   🙂 

Rezension (oder auch “Trocken-Tasting”): Das Buch “Mir san Bier” aus der SZ Edition

Im ersten Moment habe ich gedacht: Wieso gibt es dieses Buch erst jetzt ? Denn das Buch “Mir san Bier” aus der Süddeutsche Zeitung Edition hätte es doch – wer denkt bei München nicht auch an Bier ? – schon lange geben müssen. 

Auf jeden Fall enthält das Buch alles was zum Thema Bier im Großraum München bzw. in Oberbayern wichtig ist. Alle wichtigen / nennenswerten Brauereien und ihre wichtigsten Biergärten / Lokale werden ausgiebig gewürdigt. Den Anfang macht – natürlich – Weihenstephan. Danach kommt im Buch die Augustiner Brauerei (Ehre wem Ehre gebührt). Und dann folgen alle wesentlichen “Player”: Andechs, Spaten, Paulaner samt Nockherberg, Hofbräu, Spaten, Erdinger, Schweiger, usw. 

Aber auch kleinere Brauereien wie Kloster Reutberg, Kapplerbräu, Hermannsdorf und die Schlossbrauerei Mariabrunn werden ausgiebig gewürdigt. Und natürlich findet sich auch ein Kapitel über die Hallertau und ihren Hopfen. 

Selbst die Neuhauser Hausbrauer vom Richelbräu, die Doemens Akademie und das Bierlaboratorium / Giesinger Braumanufaktur werden vorgestellt. 

Das einzige was m.E. leider fehlt ist ein “Serviceteil” mit den Adressen, Öffnungszeiten, u.ä. 

Aber als Lesestoff zum Bier rund um München ist das Buch ein echter Volltreffer. 

Mehr zu finden ist hier: http://szshop.sueddeutsche.de/Lesen/Muenchen-Bayern/Mir-san-Bier.html

Prädikat: Kein trockener Lesestoff – Durst macht er aber trotzdem. 

Tasting: Echt Boisei Oberaudorfer Ur-Weisse

Ein Hefeweissbier das ich schon vor vielen Jahren kennengelernt habe. Und auch wenn es inzwischen als “Contract Brew” bei der Dachsbräu in Weilheim hergestellt wird (mehr dazu hier: http://www.ovb-online.de/rosenheim/rosenheim-land/boisei-jetzt-neuen-gefaessen-467534.html ) und auch nicht mehr in etwas altertümlichen Bügelverschlussflaschen abgefüllt wird, wirkt das Bier als ob es direkt aus dem vorletzten Jahrhundert rübergebeamt wurde. 

Das Etikett gibt sich bieder und nimmt Anleihen an dem ursprünglichen Mini-Etikett das auf dem Hals der Bügelverschlussflasche angebracht war. Passt sicher zur Herkunft und Historie. Aber etwas mehr Info als nur Adresse und Zutaten wären schon nett. 

Das Bier im Glas ist von so dunkler Farbe, dass man es m.E. als Dunkles Weissbier vermarkten könnte bzw. sollte. Die Beschreibung “dunkles Bernstein” ist nämlich nicht ganz zutreffend. Hefetrübe braune Farbe ist das schon passender. Der Schaum ist beiger Farbe, sehr feinporig und sehr stabil. Die Optik im Glas passt also zum rustikalen Hintergrund. 

Auch im Geschmack und im Aroma gibt sich das Bier sehr rustikal. Etwas Banane und Frucht, aber auch eine gewisse Erdigkeit ein Hauch Bitternote kommen durch. 

Gefunden beim rührigen und meist sehr gut sortierten Getränkecenter Schwabing in der Ackermannstraße. 

Prädikat: Kerniger Weissbier-Bursche aus dem Inntal 

Daneben gegangen: Bitburger bringt Münchner Wellenreiter gegen sich auf

Nicht das Bier aber zumindest das Motiv ist aus Bayern. Und sorgt jetzt angeblich für Ärger: Die neue Werbung von Bitburger bei denen die Münchner Eisbachsurfer im Mittelpunkt stehen. Dazu schreibt das Werbebranchenblatt w&v:

Das klare Wasser des Eisbaches schimmert grün in der Sonne, ein Surfer reitet im Hintergrund über eine Welle, vier weitere sitzen am Ufer und stoßen mit dem neuen Bitburger Alkoholfrei 0,0% an. Diese Szene ist neuerdings deutschlandweit als TV-Spot und Werbeplakat zu sehen. Doch so idyllisch die neue Kampagne des rheinland-pfälzischen Bierherstellers erscheinen mag – am legendären Münchner Surf-Hotspot kippt die Stimmung gerade.

Petra Offermanns, Sprecherin der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM), erklärt in der “Abendzeitung” den Frust vieler Surfer: “Von Jahr zu Jahr wächst die Zahl der Eisbach-Surfer an. So eine Werbung ist da kontraproduktiv. Uns ist die ganze Publicity viel zu viel geworden. Die Stimmung an der Welle ist oft schlecht, weil es zu voll ist”. …  Sogar von einem “Ausverkauf unserer Welle” ist die Rede, weil die Werbe-Surfer – die übrigens selbst Mitglieder der Eisbach-Szene sind – für den neunstündigen Dreh ein Honorar zwischen 4.000 und 15.000 Euro erhielten.

Bitburger selbst äußerte gegenüber der “AZ” die Gründe für seine Motivwahl: Man wolle “die sportliche Komponente des Getränkes sowie den Erfrischungsfaktor in den Vordergrund stellen”.

Doch geht es bei der ganzen Aufregung wirklich darum, dass durch diese Kampagne ein Münchner “Geheimtipp” verraten wird, der mittlerweile so zum Stadtbild gehört wie der chinesische Turm und der Marienplatz? Oder stößt es vielleicht eher auf, dass keine Heimat-Brauerei diese Gelegenheit ergriffen hat?

 

Die ganze Story hier im Web: http://www.wuv.de/marketing/eisbach_surfer_als_bierwerber_bitburger_bringt_muenchner_wellenreiter_gegen_sich_auf

In der Tat ist es eine spannende Frage warum keine kleine sympathische Brauerei aus Oberbayern die Wellenreiter für sich entdeckt hat und das Feld somit den Massenbierherstellern überlässt. Zu Giesinger oder Crew Ale hätte das “Thema”  jedenfalls besser gepasst und wäre noch authentischer.

Prädikat: Sturm im Wellen-Wasserglas – oder doch abgesoffen mit 0,0% ?

 

Braucht es Punktewertungen a la Parker für Bier ?

Das Magazin Falstaff und der Bierpabst Seidl sind der Meinung es braucht jetzt auch die berühmt-berüchtigten 100-Punkte Bewertungen für Bier:

Unvergleichbares vergleichbar machen: Unter diesem Motto vergibt Falstaff Deutschland in seiner neuen Ausgabe 03/13 unter der Leitung von Bierpast Conrad Seidl erstmals Falstaff Bierpunkte! Beurteilt nach dem bewährten 100 Punkte Schema werden die Biere in den Kategorien Aussehen, Aroma und Geschmack bewertet – unter Berücksichtigung der jeweiligen Stilbeschreibung. Man kann zwar kein Weizen mit einem Stout vergleichen, aber sehr wohl ermessen, ob das jeweilige Bier dem Ideal des Stils entspricht. Ab sofort vergibt der weltweit anerkannte Bierexperte bis zu 100 Punkte für das perfekte Bier. Den Anfang machen Weizenbiere, Bayerns »verboten gute« Spezialität.

Mehr dazu hier: http://www.falstaff.de/news/newsartikel/der-falstaff-0313-ist-da-jetzt-mit-bier-bewertungen-5932.html

Nun ja ob es das braucht darf jeder selbst entscheiden. Aber ob die Auswahl im ersten Test (8 Bayerische Hefeweizen: Schneider Tap 1, Jacob, Paulaner, Duckstein, Hofmark, Gut Forsting, Maxlrainer Leo Weisse, Kloster Baumburg Weisse) wirklich gelungen ist, wage ich doch zu bezweifeln. Klar ist es gut, das auch ein paar “kleinere” Brauereien berücksichtigt werden und nicht nur die üblichen fünf Großen. Aber warum die Weissbiere von Erdinger, Huber, Weihenstephan, Ayinger, Andechser und Franziskaner (um nur spontan ein paar zu nennen) nicht dabei sind, bleibt unklar und macht die “Einordnung” der Siegerliste schwierig.

Prädikat: Hefeweizen-Bewertung mit fragwürdigem Ergebnis

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