Mein Rückblick auf das Braukunst live Festival 2013

Insgesamt eine tolle Veranstaltung mit hohem Niveau. Sehr gute Aussteller und auch die Masterclasses die ich mir angeschaut habe, waren top. (Da wäre im nächsten Jahr aber ein größeres Platzangebot wünschenswert. Denn sehr viele Masterclasses waren voll / ausverkauft.)

Erschreckend unprofessionell fand ich die einige Moderationen auf der Bühne / der sog. Open Stage. Das wirkte z.T. schlecht vorbereitet und einige Moderatoren hörten am liebsten sich selbst sprechen. Das ist aber nicht Sinn und Zweck der „Übung“.

Während es am Freitag noch ganz entspannt zuging, stieß das Festival am Samstag offensichtlich an seine logistischen Grenzen – um es mal vorsichtig zu formulieren. Rund 15 min anstehen vor der Toilette ist eigentlich nicht zu akzeptieren. Und saubere Gläser gab es über Stunden nicht oder nur sehr punktuell. Nach dem 4ten Bier aus einem dann schon angebazten Glas hört bei 20 € Eintritt (plus Kosten für die Verkostung einzelnen Biere) der Spaß auf. Und auch wenn es erst das zweite Festival war und die Erfahrungswerte vielleicht dünn sind: Mit Vorabanalysen von Anfragen auf der Website, bei Google, etc  kann ein Veranstalter zumindest teilw. den zu erwartenden Andrang antizipieren. So wirkte das Ganze dann doch leicht überfordert.

Der Festival-Shop kann m.E. nächstes Jahr auch noch besser werden. Neben relativ stolzen Preisen fand ich auch die Auswahl recht schwach.

Last but not least: Die Liste der Aussteller auf der Website passte nicht 100% zu dem was man in der Halle vorgefunden hat. Einige der genannten Marken waren nicht zu finden oder sie waren nur „versteckte Gäste“ bei einem Händler oder Partner. Da finde ich kann bzw. muss die Kommunikation im nächsten Jahr transparenter werden. Sprich: Wer ist tatsächlich vor Ort als Aussteller vertreten und wer stellt nur „irgendwo“ ein paar Flaschen Bier unter.

Meine ganz subjektiven „Gewinner“ der Veranstaltung

  • Camba Bavaria mit bekannt starkem Portfolio. Und immer mit viel Andrang am Stand. Die Jungs machen offenbar sehr viel richtig kann ich nur sagen.
  • Hofbräuhaus München: Mit dem „Eiskalt gehopften Hallodri“ haben sie ein speziell für das Festival gebrautes Bier vorgestellt das mich positiv überrascht hat. Gleiches gilt auch für Schneider Weisse mit dem Tap X Sommerbier. Beide haben  m.E. viel aus der Premium-Partnerschaft mit dem Veranstalter gemacht.
  • Generell die kleineren / neuen Craft-Brauer wie Hopfenstopfer, Schoppbräu, FritzAle, Braukunstkeller, usw.   Die standen toll im Mittelpunkt des Interesses / der Aufmerksamkeit.
  • Die TU München / Weihenstephan die einige tolle Biere aus einem Studentenwettbewerb am Start hatten.
  • Die BarthHaas Group mit einem sehr professionellen Stand und liebenswerter kompetenter Beratung. Auch wenn die Besucher des Festivals ja in der Mehrzahl keine direkten potenziellen Kunden sind oder werden.

Meine völlig subjektiven „Verlierer“ des Festivals:

  • Alle größeren / etablierten Brauereien die auf dem Event nur mit ihrem Standardportfolio vertreten waren und keine „Spezialeditionen“ am Start hatten. An deren Ständen haben sich am Samstag dann schon Spinnweben gefunden weil so garnix los war. Beispiele dafür: König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg, Kloster Andechs, Ayinger Privatbrauerei, Unertl Mühldorf und leider auch Lammsbräu Neumarkt. Die Produkte finde ich in Bayern in jedem besseren Supermarkt. Und wenn es dann nichts Neues oder Spezielles gibt, dann macht man m.E. zu wenig aus dem Festivalauftritt.
  • Löschzwerg mit großem Stand und wenig Interesse.
  • Braufactum mit einem tollen Stand. Aber insbesondere bei den Diskussionen auf der Open Stage wurde immer wieder dezent hinterfragt ob das nicht nur eine Marketing-Nummer von einer Großbrauerei ist….   Die Antworten fand ich nicht überzeugend.
  • Der Gin-Hersteller und die Whiskey-Academy wirkten etwas deplatziert auf dem Event.
  • Auch bei den Verlierern vertreten: Die TU München / Weihenstephan die es nicht „geschafft“ hat die in Deutschland bisher nicht verfügbaren Biere ihrer Forschungsbrauerei (White Hoplosion, Pale Ale und Fresh Hops Finest) auszuschenken.

Aber auch wenn ich jetzt ein paar kritischen Punkte angesprochen habe: Es war eine Top-Veranstaltung und ich freue mich jetzt schon auf die BKL 2014. Dürften “nur” noch knapp 360 Tage Wartezeit sein.

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